Flugverkehr und Gesundheitsschutz in Pandemiezeiten

Bereits im Sommer 2020 hat der Präsident des Robert Koch-Ins9tuts, Prof. Dr. Lothar H. Wieler, un- missverständlich darauf hingewiesen, dass die Mobilität einer der entscheidenden Treiber der pan- demischen Entwicklung ist. Uns allen sind noch die ersten Nachrichten vom Ausbruch der Covid19- Erkrankungen unter den Mitarbeitern von Webasto nach der Teilnahme einer chinesischen Kollegin an einer Firmenveranstaltung in Bayern sowie den Corona-Hotspots im österreichischen Winter- sportort Ischgl und der Karnevalsveranstaltung im nordrhein-wesTälischen Heinsberg in Erinnerung.

In den letzten Monaten wurde eine ganze Reihe von Mutanten des Covid19-Virus nachgewiesen, die gegenüber der Ursprungsvariante deutlich ansteckender und vom Krankheitsverlauf her gefährlicher sind. Diese Mutanten sind offenbar in den unterschiedlichsten Regionen unseres Planeten entstan- den und dennoch verbreiten sie sich in Windeseile über den gesamten Globus.

Es bedarf daher nicht viel Phantasie, um zu dem Schluss zu kommen, dass insbesondere dem Flug- verkehr eine entscheidende Verantwortung für diese weltweite Verbreitung beizumessen ist. Inner- halb weniger Stunden können und werden bei Flugreisen – o[mals unbemerkt – Krankheitserreger über tausende Kilometer transpor9ert. Dies alles geschieht in einer Phase, in der die Immunisierung der Bevölkerung durch die zum Jahreswechsel angelaufenen Impfungen jedenfalls in Deutschland noch „in den Kinderschuhen zu stecken“ scheint.

Aus Sicht der Bundesvereinigung gegen Fluglärm sind daher die jüngsten Ak9vitäten der Lu[ver- kehrswirtscha[ und der Reiseveranstalter, touris9sche Flugreisen zu Zielen anzubieten, für die auf- grund geringer Inzidenzen keine Reisewarnung (mehr) besteht, in hohem Maße verantwortungslos. Wir schließen uns den Appellen der Bundesregierung an, auf Reisen – insbesondere Flugreisen –, die nicht zwingend notwendig sind, vorläufig gänzlich zu verzichten. Werden solche Reisen dennoch durchgeführt, sind bei der Rückkehr geeignete Quarantänemaßnahmen festzulegen, deren Einhal- tung zum Schutz der Allgemeinheit zu überwachen ist.

„Es kann nicht hingenommen werden, dass auch in dieser Situa<on die finanziellen Interessen der Lu@verkehrsbranche über die gesundheitlichen Interessen der Allgemeinheit gestellt werden, wie dies seit Jahrzehnten beim Fluglärm und der Lu@verschmutzung durch Flugzeuge geschieht!“, so Carl Ahlgrimm, Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm.

Für Rückfragen:
Carl Ahlgrimm

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