Die Bundesregierung wird im Juni eine Luftfahrtstrategie veröffentlichen, die den Kurs für die nächsten 15 Jahre festlegen soll. Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. kritisiert den vorliegenden Entwurf in einer Stellungnahme hart. Der vorliegende Entwurf orientiert sich einseitig am Ziel eines weiteren Wachstums des Luftverkehrs, unbeschadet aller Folgen die dies für die lärmbelasteten Menschen, das Klima und die Umwelt hat.
In der, gemeinsam mit VCD und Germanwatch gegenüber dem federführenden Bundeswirtschaftsministerium abgegebenen Stellungnahme heißt es: „Die vorgelegte Strategie nimm einen weiteren Anstieg der klimaschädlichen Emissionen in Kauf, weil sie das Ziel, die Emissionen des Luftverkehrs bis 2050 auf null zu reduzieren, dem Primat des Wachstums unterordnet und in der formulierten Industriepolitik unzureichend integriert. Damit wird das Klimaziel defacto in Frage stellt: Ein solcher Weg ist für uns nicht akzeptabel und womöglich verfassungswidrig.“
Durch die einseitige Festlegung auf einen Wachstumskurs des Flugverkehrs blendet die Bundesregierung auch Möglichkeiten aus, wie durch gezielte Maßnahmen der Vermeidung, Verlagerung sowie durch einen ambitionierten Pfad klimaneutraler und sauberer Flugtreibstoffe die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen im Einklang mit dem Schutz öffentlicher Güter wie Klima und Gesundheit in Zukunft befriedigt werden können. Eine solche Strategie würde auch Wege für alternative Wertschöpfungen eröffnen. Der Entwurf der Luftfahrtstrategie lässt insbesondere eine Einbettung des Luftverkehrs in eine umfassende nachhaltige Mobilitätsstrategie vermissen. Dadurch bleiben die Potentiale einer Verlagerung von Luftverkehren zwischen innerdeutschen und europäischen Metropolen auf die Schiene ungenutzt.
