Nachtfluglärm – Eine Nacht in Garbsen

Nachtflieger
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Hallo Deutschland!

Garbsen: 30 nächtliche Überflüge über 70 dBin einer Nacht!

Garbsen: 30 nächtliche Überflüge über 80 dBC in einer Nacht!

Die Gesundheitsschäden besonders durch Nachtfluglärm wurden hinlänglich wissenschaftlich bewiesen.

Die extrem schädigende Wirkung dieser Lärm-Ereignisse während des Nachtschlafs werden durch die wiederholten Laut-Leise-Intervalle verursacht, im Gegensatz zum Beispiel zu einem monoton durchgehenden Lärmpegel einer ständig befahrenen Autostraße.

Die Unregelmäßigkeit der Nachtfluglärm-Ereignisse und deren daraus resultierende vielfach pathogen wirkende wiederholte Weckfunktion beim Schläfer lässt sich bildlich nachvollziehen am Beispiel einer Nacht, wie es in den nachfolgenden Grafiken von Lärmmessprotokollen für eine Nacht in Garbsen sichtbar wird.

Die sogenannten Dezibel-A-Werte (dBA) sind aus den Messdaten (dB) errechnete Norm-Werte, die das durchschnittliche menschliche Hörvermögen spiegeln sollen.

Da unser Gehör Töne unterschiedlicher Frequenz als verschieden laut empfindet, werden die Schallsignale im Schalldruck-Messgerät so gefiltert, dass die Eigenschaften des menschlichen Gehörs nachgeahmt werden. Man spricht dann von einer sogenannten A-Bewertung des Schallpegels, kurz dBA. Die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Null dBA entspricht der Hörschwelle, 130 dBA ist etwa die Schmerzgrenze.

Überwiegend wird das Dezibel-A-Filter verwendet. Damit wird ungefähr die Hörkurve von 40 dB der Kurven gleicher Lautstärkepegel für die menschlichen Ohren nachgebildet. Der Schallpegelmesser ist damit besonders für tiefe Frequenzen weniger empfindlich. Eine A-Kurve sorgt immer für “geschönte” Werte, wenn im Signal tiefe Störungen enthalten sind. Ein mit A-Filter gemessenes Motorradgeräusch muss unwahr sein. Das sollte man wissen.

Man darf von dBA-Messungen keine zutreffende Beschreibung der Lautstärke erwarten.

dB-Bewertungsfilter

Ursprünglich war die A-Kurve für Pegel leiser als 40 dB, die B-Kurve für Pegel zwischen 40 und 90 dB und die C Kurve für Pegel über 90 dB gedacht.

Lärmerzeuger bevorzugen die A-Kurve für alle Pegel. Warum wohl? 😉

Eine Nacht in Garbsen 22 Uhr bis 6 Uhr

Die nachfolgenden Grafiken der Lärmmessstation Garbsen 3 zeigt den Unterschied der bewerteten Messungen mit A-Filter-Berechnung und C-Filter-Berechnung.

Zum Beispiel: 03:06Uhr 85,0 dBA zu 94,5 dBC

Bei der Bewertung des dB-Wert-Anstiegs ist die logarithmische Wertsteigerung zu berücksichtigen, das heißt, eine Erhöhung von 3dB bedeutung eine Verdoppelung des Schalldrucks, eine Erhöhung von 6dB eine Vervierfachung, eine Erhöhung von 9dB eine Verachtfachung des Schalldrucks.

Im vorgenannten Beispiel ist mit fast +10dB ein mehr als 8-fach höherer Schalldruck zu konstatieren, als mit dem beschönigenden dBA-Wert politisch offiziell verkündet wird! Die Gesundheitsgefährdung ist real um ein Vielfaches größer als verlautbart!

 

dBA-Messwerte
dBA-Messwerte
dBC-Messwerte
dBC-Messwerte
dBA-Messwerte
dBA-Messwerte
dBC-Messwerte
dBC-Messwerte
dBA-Messwerte
dBA-Messwerte
dBC-Messwerte
dBC-Messwerte
dBA-Messwerte
dBA-Messwerte
dBC-Messwerte
dBC-Messwerte

Das Problem: Das wirtschaftliche Interesse!

Die Politik, der Gesetzgeber, unsere Bundes- und Landesregierung gewährt dem Profit, dem wirtschaftlichen Interesse, hier den Aktionären der Fluggesellschaften, immer noch ein höheres Gewicht als dem doch ungleich höher zu bewertendem Gesundheitsschutz der Bürger.

Die Schönrechnerei einer pathogenen Lärmbelastung, hier die Anwendung der dBA-Bewertung anstelle der bei Lärmerzeugern angezeigten dBC-Bewertung, soll die Gesundheitsschädigung durch Nachtfluglärm nicht real erschreckend erscheinen lassen.

Kann Nicht-dBA-Lärm pathogen sein?

Kann Lärm, den das menschliche Ohr nicht hört, möglicherweise auch krank machen? Also der Lärm, der außerhalb der sogenannten dBA-Berechnungswerte liegt? An den obigen Grafiken stellen wir fest, dass Nachts die Grundbelastung an Umgebungslärm durchschnittlich um 50dBC liegt und damit 10 bis 15dB höher als in der dBA-Bewertung. Die dBC-Lärmspitzen reichen ebenso um 10dB über die dBA-Werte hinaus.

Töne unter (16) 20 Hz werden als Infraschall bezeichnet, diejenigen über 20000 Hz als Ultraschall. Infra- und Ultraschall können vom menschlichen Ohr nicht gehört werden. Die Hörempfindlichkeit stimmt dabei nicht in allen Frequenzbereichen mit dem physikalisch messbaren Schallpegel überein.

Die gesundheitsbeeinträchtigende Wirkung von Lärm ist, abgesehen von Hörschäden, gewöhnlich ein langer, schwer überblickbarer Prozess, der von zahlreichen anderen “mitwirkenden Faktoren” beeinflusst werden kann. Das Ausmaß der gesundheitlichen Beeinträchtigung einer über Jahre einwirkenden Lärmbelastung im Wohnumfeld kann nur in epidemiologischen Studien abgeschätzt werden.

Das Schallwellen auch außerhalb des dBA-Gehörten zerstörerisch wirken können, zeigt uns die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie , mit deren Hilfe versucht wird durch auf die betroffene Stelle gerichteten gebündelten Schallwellen den Fremdkörper ohne einen percutanen Schnitt so weit zu zerkleinern, dass er entweder natürlich oder operativ entfernt werden kann (Nierensteinzertrümmerer). Mit Ultraschall entfernt der Zahnarzt sogenannten Zahnstein, weil dieser beispielsweise eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) begünstigen kann, aus der sich eine Parodontitis entwickeln kann.

Diese medizinischen Schallanwendungen außerhalb des menschlichen Hörvermögens treffen den menschlichen Körper nur für den sehr kurzen Behandlungszeitraum.

Welche Wirkungen jedoch haben Schallwellen mit hohem Schalldruck außerhalb des dBA-Gehörten, die permanent oder wiederholt auf den menschlichen Körper einwirken? Es spricht nichts gegen die Annahme, dass diese Nicht-dBA-Schallwellen ebenso pathogen oder noch gefährlicher sein könnten. Mir sind hierzu bisher keine Forschungen bekannt. Es können jedoch auch taube Menschen Töne und Musik wahrnehmen, weil bekanntlich entsprechend hoher Schalldruck vom gesamten menschlichen Körper als Vibration wahrgenommen werden kann. Es erscheint mir folglich grundsätzlich überaus plausibel, dass lärminduzierte pathogene Erkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, auch außerhalb der dBA-Bewertungsnorm geschehen können.

Gesundheitsgefährdung und Rechtsprechung

Wenn die Aussage bejaht werden muss, dass auch Lärm außerhalb der dBA-Berechnungsnorm pathogen sein kann und dies zudem wissenschaftlicher Bestätigung erführe, wären meines Erachtens sämtliche Urteile und Gutachten unter Bezug auf dBA-Grenzwerte offensichtlich nicht mehr haltbar.

Es erscheint mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gegeben, dass explizit die Gesamtheit des Frequenzspektrums eines wiederkehrenden Schalldruckereignisses, das auf den Menschen einwirkt, eine pathogene Wirkung haben kann (z. B. Bluthochdruck, Infarkt, Krebs). Aber auch ein einzelnes Schalldruckereignis kann eine schädliche Wirkung haben (z. B. Gehörverlust, Infarkt, Tod). Eine Darstellung der wiederkehrenden Schalldruckereignisse, die eine dBA-Filterung des Ereignisses nur auf durchschnittlich menschlich gehörte Frequenzen beschönigend beschränkt , ist infolgedessen nicht geeignet, den realen Ursachen-Sachverhalt zu beschreiben. Für möglicherweise pathogene Schalldruckereignisse erscheint allenfalls eine Darstellung unter Anwendung der dBC-Filter-Berechnungsnorm tolerierbar.

Zudem erscheint die pathogene Wirkung von wiederkehrenden Schalldruckereignissen auf tierische Mitgeschöpfe, die regelmäßig ein von Menschen völlig abweichendes frequentielles Hörvermögen besitzen, völlig außen vor zu bleiben. Für den Faunenbereich wird sofort offensichtlich, dass Schalldruckdokumentation mit dBA-Filterung “entsprechend dem durchschnittlichen menschlichen Hörvermögen” völliger Unsinn sind. Artentsprechend können ganz andere Frequenzgänge als beim Menschen bei Schalldruckereignissen pathogen oder sogar tödlich sein; beispielsweise sollen die Medienberichte zu vielen Walsterben durch menschlich verursachten sonaren Infraschall hier genannt sein. §1 unseres Tierschutzgesetzes lautet: “Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.” Doch Lärmschutz für Tiere sieht der Gesetzgeber trotz eigener Verpflichtung nicht vor!

Wie geht es jetzt weiter? Ich weiß es nicht.

Tabelle der verschiedenen Bewertungskurven
Heutzutage werden davon nur noch die Kurven A und C angewendet
 

Ein Gedanke zu „Nachtfluglärm – Eine Nacht in Garbsen

  1. Da ich viele Fluglärm-Beschwerden schreibe, wundere ich mich immer darüber, dass ab 22.00 Uhr bis morgens um 6.00 Uhr die Flugzeuge nachts meist noch lauter sind als am Tag.

    Wie kann das sein, wo doch nachts angeblich nur leisere Maschinen fliegen dürfen?????

    Am Tage bewegen sich die Fluglärm-Ereignisse meistens knapp unter 80 dB(a), in der Nacht sehr oft darüber!!!!

    Da kann kein normaler Mensch mehr ausreichend schlafen!

    Das ist haarsträubende Gefährdung der Gesundheit der Flughafen-Anwohner!

    Eine Klage gegen das Wirtschafts-Ministerium oder das Land, oder gegen die Bundesregierung wegen dieser Gesundheitsgefährdung durch Nachtfluglärm wäre dringend angebracht.

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