BIGUM-Projekt Umweltdaten-Messstation

Hallo Deutschland!

Durch die allgegenwärtigen Informationen wird der Bürger immer sensibler sowohl für den Klimaschutz als auch für pathogene Immissionen in seiner direkten Umwelt.

Bekannt ist, dass in einigen Städten, wie auch in Hannover, vereinzelt kommunale Messstationen errichtet worden sind, die bestimmte giftige und krank machende Immissionen erkennen und messen. Es wurden vom Gesetzgeber sowohl für Europa als auch für Deutschland Grenzwerte definiert, die für eine Gesundheitsgefährdung nicht überschritten werden dürfen. Bei Überschreitung von Grenzwerten soll (dies bedeutet: muss!) die Kommune mit Abwehrmaßnahmen handeln, um die Gesundheit der Bürger zu schützen.

Die Luftmessstation an der Göttinger Straße
Dicke Luft auf Hannovers Straßen: Die Luftmessstation an der Göttinger Straße. Quelle: HAZ – Behrens

Das Bundesumweltamt hat zu den Luftschadstoffen hier eine umfassende Informationsseite. Die wesentlichen gesundheitsgefährdenden Immissionen sind:

  • Ammoniak (NH3) ist eine gasförmige Verbindung des Stickstoffs (N). Der Luftschadstoff entsteht hauptsächlich durch landwirtschaftliche Prozesse. Insbesondere die Tierhaltung ist ein wichtiger Verursacher.
  • Benzo(a)pyren (im Feinstaub) ist ein Polyzyklischer Aromatischer Kohlenwasserstoff (PAK). Über die Atemluft aufgenommen wirkt es krebserregend. In der Luft wird Benzo(a)pyren partikelgebunden bestimmt und gilt als Leitsubstanz für andere PAKs.
  • Benzol ist eine organische, chemische Verbindung mit einem aromatischen Geruch. Benzol ist krebserregend. Es ist im Benzin für Kraftfahrzeuge enthalten.
  • Feinstaub besteht aus einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel und wird abhängig von deren Größe in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt. Unterschieden werden PM10 (PM, particulate matter) mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (µm), PM2,5 und ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm.
  • Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das bei der unvollständigen Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen entsteht. Es bildet sich, wenn bei Verbrennungsprozessen zu wenig Sauerstoff zur Verfügung steht. In höheren Konzentrationen wirkt CO als starkes Atemgift.
  • Metalle liegen in der Luft überwiegend nicht gasförmig, sondern angelagert an Staubpartikel vor. Durch Einatmen dieses Staubes entsteht ein gesundheitliches Risiko, denn einige Stoffe wie Arsen, Blei, Cadmium oder Nickel sind krebserregend.
  • Das farblose und giftige Gas Ozon ist eines der wichtigsten Spurengase in der Atmosphäre. Die in einer Höhe von 20 bis 30 Kilometern in der Atmosphäre bestehende natürliche Ozonschicht schützt die Erde vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne.
  • Schwefeldioxid (SO2) ist ein farbloses, stechend riechendes, wasserlösliches Gas, das Mensch und Umwelt beeinträchtigt. In der Atmosphäre aus Schwefeldioxid entstehende Sulfatpartikel tragen zudem zur Belastung mit Feinstaub (PM10) bei.
  • Stickstoffoxid ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind. Vereinfacht werden nur die beiden wichtigsten Verbindungen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) dazu gezählt.

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz veröffentlicht die aktuellen Messwerte:

Zu wenig Messstellen

Aber der Staat schützt seine Bürger nicht im ausreichenden Maß. Nur 29 Messstationen gibt es auf ganz Niedersachsen verteilt (Stand: 6.8.2017), wie es aus der Karte des Ministeriums zu ersehen ist. Schon innerhalb einer Wohngemeinde variieren die Messwerte! Eine oder zwei Messstellen pro Stadt sind daher zu wenig. Keine Messtelle bedeutet eine vorsätzliche Bürgergefährdung. Damit wird der überwiegende Teil des Wohnumfelds unserer niedersächsischen Bürger nicht auf Luftschadstoffe überwacht.

Broschüre Einwohner Region Hannover 6/2017Die Mindestzahl der Messstellen, die vom Bundesland Niedersachsen einzusetzenden wäre,  schreibt Anlage 5 des Bundesimmissionsschutzgesetzes vor. Dies wären für die Region Hannover gemäß Publikation 6/2017 bei 1.170.469 Einwohnern mindestens 4 Messstellen für Schadstoffe außer Feinstaub, jedoch mindestens 6 Messstellen einschließlich Feinstaubmessstellen. Auch nur für das Stadtgebiet Hannover wären bei 540.075 Einwohnern mindestens 2 Messstellen für Schadstoffe außer Feinstaub, jedoch mindestens 3 Messstellen einschließlich Feinstaubmessstellen vorzuhalten.

Tatsächlich gibt es jedoch insgesamt nur 2 Messstellen!

Jede dieser gesetzlichen Vorgaben wird vom Land Niedersachsen nicht eingehalten und missachtet. Die Gesundheit der Bürger Niedersachsens wird vorsätzlich gefährdet!

Wo nicht gemessen wird, droht keine Gesundheitsgefahr?

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! So lautet hierzu wohl der Wahlspruch der meisten niedersächsischen Kommunen. Denn wenn Messstellen Schadstoffe registrieren würden, wäre ja ein gesetzlicher Handlungszwang zum Schutz der Bürger für die kommunale Verwaltung gegeben! Aber wenn garnicht erst gemessen wird . . .

BIGUM will helfen

BIGUM will helfen! Zunächst den Bürgern und der Verwaltung der Stadt Garbsen.

BIGUM-eigene Messtationen sollen herausfinden, ob überhaupt Grund zur Sorge vor krank machenden Immissionen in Teilen der Stadt Garbsen besteht.

Wenn dies so sein sollte, würden Informationen über gefundene pathogene BIGUM-Messwerte an Rat und Verwaltung der Stadt Garbsen weiter gegeben, um dort weitere Handlungsinitiativen zu bewirken.

BIGUM-Projekt Umweltdaten-Messstation

Messungen sollen an beliebigen gefährdeten Punkten im Stadtgebiet Garbsen vorgenommen werden können.

Die BIGUM-Messtationen sollen daher so konzipiert werden, dass diese sowohl unabhängig vom Stromnetz als auch für die Übertragung der ermittelten Messdaten ins Internet unabhängig von einem DSL-Festnetzanschluss sein sollen. Dafür wird einerseits eine solare Energieversorgung der Messstellen und andererseits eine Datenübertragung im Mobilfunknetz geplant.

Die BIGUM-Messtellen wären sowohl für die Messung von Verkehrslärm (auch Fluglärm) einsetzbar als auch für die Messung von Luftschadstoffen, wie oben beschrieben.

Ein erster Prototyp könnte im Jahr 2018 zum Einsatz kommen.

So könnte er aussehen:

Umweltdaten-Messstation

 

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