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Sabena-Notlandung mit Landeklappen-Defekt

Notlandung einer Sabena-RJ 100 am 14.04.2000 mit Landeklappen-Defekt auf dem Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel

Sabena-Regionaljet BAE 146 / AVRO RJ 100

Die Notlandung

Am 14.04.2000 erfolgte um 11:51 Uhr eine Notlandung einer AVRO RJ 100 / BAE 146 der belgischen Fluglinie Sabena.
Flug Nummer 2623 ging von Brüssel mit 81 Passagieren nach Hamburg. Nach längerem Kreisen im Luftraum Hamburg wurde den Passagieren mitgeteilt, dass das Flugzeug einen technischen Defekt habe und man sich auf eine Notlandung vorbereiten solle. Die Landeklappen waren defekt.
Über der Ostsee liess die Maschine Treibstoff ab. Trotz des Defektes begann das Flugzeug erneut einen Anflug auf Hamburg. Glücklicherweise gingen die Landeklappen im Endanflug wieder in Funktion, so dass das Flugzeug normal mit 195 km/h (statt 250 km/h ohne Klappen) landete.

Forderungen der NG

  • Notlandungen auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel sind aufgrund der erheblichen Gefährdung und der unzureichenden Sicherheitslage der Einflugschneise zu unterlassen. Stattdessen sind Ausweichflughäfen mit freien Einflugschneisen zu benutzen. Sofern aufgrund Treibstoffmangel kein Ausweichflughafen erreicht werden kann, muss die Einflugschneise evakuiert werden.
  • Sobald möglich, ist der Flughafen Fuhlsbüttel in ein Gebiet mit freien Einflugschneisen zu verlagern. Nur so kann der Luftverkehrsstandort Hamburg die erforderliche Luftsicherheit erhalten.
  • Bis zur Verlagerung muss der Sicherheitsstandard des Flughafens durch regelmäßige Katastrophenschutz- und Evakuierungsübungen sowie durch eine angemessene Ausstattung der Feuerwachen im Einzugsbereich der Einflugschneisen auf das mögliche Maß erhöht werden.

Sicherheitstechnische Bewertung

Der Flughafen Fuhlsbüttel (hamburg airport, HAM) ist als Notlandeflughafen ungeeignet:

  • alle Einflugschneisen sind über viele Kilometer hinweg dicht bebaut und nicht hindernisfrei.
  • Defekte Flugzeuge zeichnen sich i.d.R. dadurch aus, dass ihre Manövrierfähigkeit eingeschränkt ist. Zudem ist bei vorliegenden Defekten mit Folgedefekten zu rechnen. Dadurch besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Flughafengelände nicht erreicht wird.
  • Soweit ein defektes Flugzeug das Flughafen-Gelände nicht erreicht, kollidiert es fast zwangsläufig mit Gebäuden. Die Überlebenschancen sind - anders als bei einer Notlandung auf freiem Feld - gleich Null.
  • Es gibt keine Evakuierungs- und Katastrophenschutzpläne und -übungen für das Gelände außerhalb des Flughafenzauns.
  • Das Flughafen-Gelände selbst ist durch die moderne Flughafen-Feuerwehr gut abgesichert. Dadurch werden jedoch weniger als 10% der Unfallszenarien abgedeckt. Für den Löwenanteil der möglichen Unfallhergänge ist keine Vorsorge getroffen.

Haben Sie weitere Informationen zu diesem oder einem anderen Zwischenfall? Bitte email an uns

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