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Hapag-Lloyd Notlandung Wien

Notlandung Hapag-Lloyd Airbus in Wien - Konsequenzen für den Flughafen Hamburg

Flugroute Hapag-Lloyd HF 3378 - mit freundlicher Genehmigung von aviation safety network
Flugroute HF 3378 - (c) aviation safety network

Die Notlandung


Der 10 Jahre alte Hapag-Lloyd-Airbus A310 Flugnummer HF 3378 startete am 12.07.2000 um 11:55 Uhr vom Flughafen Chania/Kreta (Griechenland) mit Ziel Hannover. Nach dem Start konnte das Fahrwerk nicht eingefahren werden.
Um 13:00 Uhr über Budapest meldete der Pilot Wolfgang Arminger Treibstoffverlust und Probleme mit beiden Triebwerken. Um 13:10 Uhr bat der Pilot um Notlandeerlaubnis in Wien Schwechat.
Um 13:31 Uhr war der Kerosinvorrat erschöpft. Beide Triebwerke fielen aus. Die Maschine ging im Gleitflug nieder. Die Anflugbefeuerung 1 km vor der Landebahnschwelle konnte mangels Höhe nicht überflogen werden und wurde seitlich überwunden. 500 Meter vor dem Landebahnkopf und drei Kilometer vom Hauptgebäude des Flughafens setzte der Airbus auf einer Wiese neben der Landebahn auf. Das Flugzeug drehte sich. Das linke Fahrwerk wurde abgerissen, die linke Tragfläche und das linke Triebwerk brachen ab.


Vergleich mit der Situation am Flughafen Hamburg

Der Unfall zeigt, dass auch bei Fluggesellschaften und Flugzeugtypen mit besonders gutem Ruf Unfälle nicht vermieden werden können. In Hamburg wäre ein vergleichbarer Fall erheblich schlimmer für Passagiere, Crew und Unbeteiligte ausgegangen: Der Flughafen Hamburg verfügt nicht über passende Notlandewiesen mit entsprechendem Abstand zur Bebauung. 500 Meter vor dem Landebahnbeginn gibt es dichte, mehrstöckige Bebauung und Hauptverkehrsstraßen (Runway 23 und 15). Wäre der Airbus in Hamburg notgelandet, so wäre ein Ausweichen vor der Anflugbefeuerung nicht möglich gewesen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte der Airbus nicht nur eine Bruchlandung vollzogen, sondern wäre mit Wohn- und Geschäftshäusern kollidiert. Passagiere und Crew hätten in Hamburg keine Überlebenschancen gehabt.

Sicherheitstechnische Bewertung

Der Flughafen Fuhlsbüttel (hamburg airport, HAM) ist als Notlandeflughafen ungeeignet:

  • alle Einflugschneisen sind über viele Kilometer hinweg dicht bebaut und nicht hindernisfrei.
  • Defekte Flugzeuge zeichnen sich i.d.R. dadurch aus, dass ihre Manövrierfähigkeit eingeschränkt ist. Zudem ist bei vorliegenden Defekten mit Folgedefekten zu rechnen. So fiel im Fall des Fluges HF 3378 auch die Klimaanlage und später weitere Bereiche der Elektrik aus. Auch Fehler in den Anzeigeinstrumenten (z.B. für Treibstoff oder Triebwerkszustände) können resultieren. Dadurch besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Flughafengelände nicht sicher erreicht wird.
  • Soweit ein defektes Flugzeug den Landebahnkopf nicht auf dem Gleitpfad erreicht, kollidiert es in Hamburg fast zwangsläufig mit Gebäuden. Die Überlebenschancen sind - anders als bei einer Notlandung auf freiem Feld - gleich Null.
  • Es gibt keine Evakuierungs- und Katastrophenschutzpläne und -übungen für das Gelände außerhalb des Flughafenzauns.
  • Das Flughafen-Gelände selbst ist durch die moderne Flughafen-Feuerwehr gut abgesichert. Dadurch werden jedoch weniger als 10% der Unfallszenarien abgedeckt. Für den Löwenanteil der möglichen Unfallhergänge ist keine Vorsorge getroffen. Die Flughafenfeuerwehr ist mangels leistungsfähiger Verkehrsanbindung nicht in der Lage, in der gebotenen Geschwindigkeit an Unfallorten außerhalb des Flughafengeländes zu sein.

Forderungen der NG

  • Notlandungen auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel sind aufgrund der erheblichen Gefährdung und der unzureichenden Sicherheitslage der Einflugschneisen nach Möglichkeit zu unterlassen. Stattdessen sind Ausweichflughäfen mit freien Einflugschneisen zu benutzen. Sofern aufgrund Treibstoffmangel kein Ausweichflughafen erreicht werden kann, muss die Einflugschneise evakuiert werden.
  • Sobald möglich, ist der Flughafen Fuhlsbüttel in ein Gebiet mit freien Einflugschneisen zu verlagern. Nur so kann der Luftverkehrsstandort Hamburg die erforderliche Luftsicherheit erhalten.
  • Bis zur Verlagerung muss der Sicherheitsstandard des Flughafens durch regelmäßige Katastrophenschutz- und Evakuierungsübungen sowie durch eine angemessene Ausstattung der Feuerwachen im Einzugsbereich der Einflugschneisen auf das mögliche Maß erhöht werden.

Haben Sie weitere Informationen zu diesem oder einem anderen Zwischenfall? Bitte email an uns

Weitere Informationen zum Flughafen Hamburg und seiner Sicherheit


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