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Crossair-Landung mit Trimmruder-Defekt

Notlandung1 einer Crossair Saab 2000 am 29.09.2000 mit Trimmruder-Defekt auf dem Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel

Crossair Saab 2000

Der Ablauf

Am 29.09.2000 erfolgte um 15:23 Uhr eine Sicherheitslandung1 einer Saab 2000 der Schweizer Fluglinie Crossair, Tochtergesellschaft der Swissair.
Flug Nummer LX 505 sollte von Hamburg nach Basel gehen. Nach dem Start (Runway 33 via Norderstedt) mit 32 Passagieren bemerkte die Crew, dass die Betätigung des Trimmruders gestört war. Das Trimmruder dient zum Ausgleich von Masse- und damit Gewichtsdifferenzen in den verschiedenen Teilen eines Flugzeugs und wirkt vergleichbar dem Höhenruder. Die Crew entschied sich, in Hamburg notzulanden. Die Landung erfolgte über der besonders dicht besiedelten Einflugschneise 23.

1) Ein Vorgang wie bei diesem Crossairflug wird zwar im allgemeinen Sprachgebrauch als Notlandung bezeichnet. Da im vorliegenden Fall die grundsätzliche Flugfähigkeit gegeben war, ist der präzisere Terminus dafür "Sicherheitslandung". Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass bei Vorliegen von Defekten im Bereich der aerodynamischen Steuerung grundsätzlich (aufgrund nicht vollständig getrennter Redundanzstränge) mit einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit unverzichtbarer Steuerungselemente (z.B. Höhenruder) zu rechnen ist.

Forderungen der NG

  • Notlandungen auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel sind aufgrund der erheblichen Gefährdung und der unzureichenden Sicherheitslage der Einflugschneise zu unterlassen. Stattdessen sind Ausweichflughäfen mit freien Einflugschneisen zu benutzen. Sofern aufgrund Treibstoffmangel kein Ausweichflughafen erreicht werden kann, muss die Einflugschneise evakuiert werden.
  • Sobald möglich, ist der Flughafen Fuhlsbüttel in ein Gebiet mit freien Einflugschneisen zu verlagern. Nur so kann der Luftverkehrsstandort Hamburg die erforderliche Luftsicherheit erhalten.
  • Bis zur Verlagerung muss der Sicherheitsstandard des Flughafens durch regelmäßige Katastrophenschutz- und Evakuierungsübungen sowie durch eine angemessene Ausstattung der Feuerwachen im Einzugsbereich der Einflugschneisen auf das mögliche Maß erhöht werden.

Sicherheitstechnische Bewertung

Der Flughafen Fuhlsbüttel (hamburg airport, HAM) ist als Notlandeflughafen ungeeignet:

  • alle Einflugschneisen sind über viele Kilometer hinweg dicht bebaut und nicht hindernisfrei.
  • im Fall der Crossair-Notlandung wurde der besonders ungeeignete Anflug auf die Runway 23 benutzt. Hier führt der Flugpfad in nur wenigen Metern Höhe über extrem dicht besiedeltes Gebiet.
  • Defekte Flugzeuge zeichnen sich i.d.R. dadurch aus, dass ihre Manövrierfähigkeit eingeschränkt ist. Zudem ist bei vorliegenden Defekten mit Folgedefekten zu rechnen. Dadurch besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Flughafengelände nicht erreicht wird.
  • Soweit ein defektes Flugzeug das Gelände des Flughafens Fuhlsbüttel nicht erreicht oder im Landeanflug die Höhe nicht hinreichend halten kann, kollidiert es fast zwangsläufig mit Gebäuden. Die Überlebenschancen von Passagieren und Crew sind - anders als bei einer Notlandung auf freiem Feld - gleich Null.
  • Es gibt keine Evakuierungs- und Katastrophenschutzpläne und -übungen für das Gelände außerhalb des Flughafenzauns.
  • Das Flughafen-Gelände selbst ist durch die moderne Flughafen-Feuerwehr gut abgesichert. Dadurch werden jedoch weniger als 10% der Unfallszenarien abgedeckt. Über 90% der Unfälle passieren in der Flughafenumgebung außerhalb des Flughafengebietes. Für den Löwenanteil der möglichen Unfallhergänge ist damit keine Vorsorge getroffen.

Haben Sie weitere Informationen zu diesem oder einem anderen Zwischenfall? Bitte email an : hamburg@fluglaerm.de

Weitere Informationen zum Flughafen Hamburg und seiner Sicherheit


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