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Flughafen Hahn weiter im Steigflug

Deutlich mehr Passagiere und Fracht am Hunsrück-Airport / Operativer Verlust sinkt auf 2,8 Millionen Euro

13 Prozent mehr Passagiere, bei der geflogenen Fracht ein Plus von 54 und beim Umsatz von 26 Prozent. Der Flughafen Frankfurt-Hahn hat im ersten Halbjahr 2005 seinen Steigflug fortgesetzt.

VON WOLFGANG SCHUBERT

Frankfurt a.M. 18. Juli "Wir haben unsere Erfolgs-Story fortgeschrieben und sind im Hinblick auf die weitere Entwicklung vollauf zufrieden", sagte Jörg Schumacher, Sprecher der Geschäftsführung des Hunsrück-Airports am Montag bei der Präsentation des Halbjahres-Ergebnisses. Für das komplette Jahr 2005 erwartet er bei den Passagieren den neuen Rekord von 3,5 Millionen Fluggästen - im Jahr zuvor waren es noch 2,7 Millionen.

Hahn in Zahlen

Im Cargo-Bereich werden die ohnehin schon optimistischen Annahmen vermutlich noch übertroffen. War für 2005 mit 95 000 Tonnen geflogener Fracht kalkuliert worden, wird wohl die 100 000-Tonnen-Grenze überschritten. 2004 lautete die Vergleichszahl 66 000 Tonnen. Rechnet man den so genannten Luftfracht-Ersatzverkehr - das ist die mit Lastwagen transportierte Fracht - hinzu, werden im laufenden Jahr voraussichtlich über 235 000 Tonnen Güter umgeschlagen. Damit festigt Frankfurt-Hahn seine Position als viertgrößter deutscher Fracht-Flughafen.

Das Plus im Cargo-Sektor ist auf die Aufstockung der Linienflüge von Aeroflot-Cargo, vor allem aber auf die Akquisition der renommierten British Airways Cargo (seit September 2004) und Air New Zealand Cargo (seit April 2005) zurückzuführen. Für Schumacher zeigt sich darin die Zuversicht der Fracht-Kundschaft in die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn von heute 3045 auf künftig 3800 Meter. Damit könnten Frachtmaschinen voll beladen Ziele in Asien und Nordamerika ohne Zwischenlandung erreichen.

In der Passage bleibt der Boom eng verbunden mit dem Steilflug des Hauptkunden Ryanair. 2002 hatte der irische Billig-Flieger Hahn zu seiner ersten Deutschland-Basis ausgewählt und später das Angebot kontinuierlich ausgebaut. Seit April hat Ryanair am Hahn eine sechste Boeing 737 stationiert und fliegt von dort 23 Ziele an. Mit dem Winterflugplan wird sich die Zahl der Destinationen auf 28 in zehn Ländern erhöhen. Nach London und Dublin ist Hahn der drittgrößte Hub von Ryanair.

Profitiert hat der Hunsrück-Airport auch vom Start der Wizz Air, der nach eigenen Angaben größten Low-Cost-Airline für Osteuropa mit Sitz in Budapest. Die Airline nahm am 27. März im ihren Betrieb auf und fliegt nach Budapest, Warschau, Kattowitz und Sofia. Seit Mai ist auch Iceland Express am Hahn mit drei wöchentlichen Flügen nach Reykjavik vertreten.

Der operative Verlust des Hunsrück-Flughafens sei um drei Prozent auf nun 2,8 Millionen Euro gesunken. Ein positives Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird im kommenden Jahr erwartet. Zwei Jahre später soll auch die Gesamtrechnung mit einer schwarzen Zahl abschließen.

Der Anteil von Geschäftsleuten unter den Hahn-Passagieren liegt inzwischen bei 20 Prozent, wie Umfragen im Februar und Mai ergaben. Von den Privatreisenden seien lediglich 16 Prozent dem Segment "Rucksackreisende" zuzuordnen, der Rest verfüge über durchschnittliche bis hohe Einkommen und sei auch bereit, in den Läden und Geschäften am Flughafen den einen oder anderen Euro zu lassen. Aus diesem Bereich, zu dem auch Einnahmen aus Werbung und Parkplätzen kommen, resultieren 22 Prozent des Gesamtumsatzes.

(Frankfurter Rundschau vom 18.01.2005)