Die Bürgerinitiative (BI) gegen Fluglärm Aurich-Wittmund hat einige Bürgermeisterkandidaten der Stadt Aurich und Wittmund angeschrieben und um eine Stellungnahme zum Fluglärm durch den Flugbetrieb des Militärflughafens Wittmund gebeten.
Dabei erkennt die BI an, dass dieser Flugplatz ein bedeutender Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor dieser Region ist. Allerdings haben Fluglärm und Abgase sehr negative Auswirkungen auf die Menschen im Umfeld des Flugplatzes.
Die BI wollte die Einstellungen
der Kandidaten zu diesem Problem erfragen. Nachfolgend die zusammengefassten
Antworten der angeschriebenen Bürgermeisterkandidaten.
Der genaue Wortlaut der
Anfrage und der Antwortbriefe ist in den folgenden PDF Texten nachzulesen.
Sigrid Griesel, Bürgermeisterin der Stadt Aurich:
Frau Sigrid Griesel akzeptiere die Forderungen der BI und erwarte, dass der Gesetzgeber wirkliche Schutzgesetze gegen den Fluglärm beschließt. Auch weiterhin werde sie Gespräche der Stadt Aurich mit den Verantwortlichen der Bundeswehr führen, um für die Anwohner erträgliche Lösungen zu finden.
Wenn sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Sinne der Anwohner und Lärmgeschädigten ändern, sei sie auch gerne bereit, die Durchsetzung dieser Gesetze mit dem nötigen Nachdruck einzufordern.
Originalantwort Sigrid Griesel
Herrn Arno Heilemann liegen die Umweltbelange besonders am Herzen. Dass Fluglärm und die weiteren Immissionen krank machen, sei inzwischen unstrittig.
Wesentlich erscheine ihm, zu einem vernünftigen Kompromiss der Interessen der Bürger und des Flughafens Wittmund zu kommen. Die Verordnung über die Festsetzung des Lärmschutzbereiches für Wittmundhafen (vom 25. 10. 1999) biete seines Erachtens Ansatzpunkte für ein Reduzieren der Flugstunden nach 20 Uhr und zur Mittagszeit.
Dazu werde er Gespräche mit dem Bundesumweltministerium und der Landtagsfraktion der SPD führen.
Gerne würde er persönlich mit der BI ins Gespräch kommen.
Heinz-Werner Windhorst
Herr Windhorst möchte zunächst in einem Gespräch mit der BI mehr Hintergrundinformationen zum Thema Fluglärm erhalten.
Originaltext Heinz Werner Windhorst
Die Probleme der Lärmbelästigung und die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens Wittmund seien ihm bewusst.
Eine spürbare Reduzierung der Flugstunden sei erst mit der Umstellung auf das neue Flugzeug zu erreichen.
Ein Verzicht auf Starts und Landungen nach 17.00 Uhr in den Sommermonaten sei sehr wünschenswert. Die Beschränkung des Nachtflugbetriebs im Winterhalbjahr auf 20 Uhr zum Schutze des Schlafes der Kinder sei nicht möglich. Die Mittagsruhe würde soweit wie möglich eingehalten. Die Beteiligung der BI an der Lärmschutzkonferenz sei von ihm immer gefordert worden, bisher leider ohne Erfolg.
Untersuchungen der Umwelt auf Schäden und der Gesundheit der Menschen durch Immissionen halte er für sinnvoll.
Die Durchsetzung der geforderten Veränderungen obliege leider nicht seiner Befugnis. Er werde aber Informationen an Politiker höherer Gremien weitergeben.
Für Gespräche stehe er jederzeit zur Verfügung.
Herr Alfred Siebolds ist sich der wirtschaftlichen Bedeutung des Geschwaders für die Region bewusst.
Er meint, dass alle Bürger einigermaßen mit der Lärmbelästigung leben könnten. Dennoch müssten alle Verantwortlichen daran arbeiten, die vorhandene Lärmbelästigung auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Eine zeitweise Einschränkung des Flugbetriebes (nach 17 Uhr bis 20 Uhr) sei wohl nicht möglich. Den Flugbetrieb in der Mittagszeit einzuschränken sei in der Vergangenheit versucht worden.
Für die Beteiligung der BI an der Lärmschutzkonferenz trete er sicherlich ein.
Auch trete er für seriöse Immissionsmessungen und Gesundheitsuntersuchungen ein.
Als gewählten Bürgermeister werde er immer wieder „den Finger in die Wunde leben“ und eine Reduzierung des Fluglärms einfordern.
Für weitergehende Gespräche stehe er zur Verfügung.
Herr Rolf Claußen betont seine Verbundenheit mit dem Geschwader. Er habe dort seinen Grundwehrdienst abgeleistet, sei mit der Tochter eines Angehörigen dieser militärischen Einheit verheiratet und sei daher mit den Strukturen des Geschwaders bestens vertraut. Claußen beschreibt ausführlich den Auftrag des Geschwaders und seine wirtschaftliche Bedeutung.
Eine Optimierung bzw. Verringerung der Lärmbelastung sei durch die Umstellung auf den Eurofighter eingeplant.
Er sehe es als eine seiner Hauptaufgaben, die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Geschwader fortzuführen.
Auf die Forderungen der BI geht er nicht ein.