Gesundheitsschäden durch Militärflug

 

Mit unserer Aktion Fluglärm macht krank!
möchten wir auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Lärms aufmerksam machen.
Dazu haben wir viele Plakate an unseren Straßen und in unseren Dörfern aufgestellt.

Aber welche gesundheitlichen Auswirkungen des Fluglärms können entstehen? Hierzu eine kurze Zusammenstellung:

Fluglärm ist gekennzeichnet durch in unregelmäßigen Abständen auftretende Schallimmissionen, die an Lautheit den Grundlärmpegel  immer überschreiten und einen für das menschliche Ohr unangenehmen Klangcharakter haben, bei Militärfluglärm noch wesentlich verschärft durch enthaltene Kreisch- und Heultöne.
 

Gehörschäden

Primäre Schäden des Gehörs sind zu erwarten bei Maximalpegel über 115dB(A) und schneller Anstiegssteilheit des Lärmpegels (>60dB(A)/sec), z.B. bei Tiefflugereignissen und startenden Maschinen. Laute Beschallung kann zum plötzlichen Verlust des Hörvermögens (Hörsturz) führen, aber auch zu Ohrgeräuschen, dem Tinnitus, in der Folge resultiert eine erhebliche Beeinträchtigung durch den Verlust der Stille.
 

Herz-Kreislauferkrankungen

Schallimmissionen mit schnellen starken Intensitätsänderungen aktivieren direkt das Herz-Kreislaufsystem über Emotionen (Verärgerung, Angst, Aggression), die mit Veränderungen des Blutdrucks, Herz-Atemfrequenz, peripherer Durchblutung und Ausscheidung von Stresshormonen einhergehen. Sie bedingen also unspezifische Stressreaktionen, die in Zusammenhang mit anderen bestehenden Faktoren wie z.B. körperliche Vorschäden zu einer Manifestation von Herz-Kreislauferkrankungen führen können. Es sind jedoch keine Untersuchungen bekannt, die außer den Hörschäden eine  direkte Gesundheitsschädigung durch Fluglärm nachgewiesen haben.
 

Beeinträchtigungen des Schlafs

Dem Fluglärm wird ein wesentlich stärker störender Einfluß auf den Schlaf zugeschrieben als dem kontinuierlichen (z.B. Straßenverkehr) Lärm. Die Stresswirkung von Lärm ist nachts zehnfach stärker als am Tag. Lärm bringt den natürlichen Ablauf des Schlafes und seine verschiedenen Phasen durcheinander, verringert die Dauer von Traum- und Tiefschlaf, die für die Erholung besonders bedeutsam sind. All diese Wirkungen bedingen eine psychische Unausgeglichenheit, eine Zunahme von Aggressivität und eine Abnahme von Möglichkeiten, psychisch belastende Situationen zu bewältigen.
 

Psychosoziale Auswirkungen

Fluglärm stört die Kommunikation, es muss häufiger nachgefragt werden, das Gespräch wird anstrengend, es kommt zum Verlust von Informationen bei den so genannten Einwegkommunikationen (Radio/Fernsehen). Störungen der Kommunikation bedingen negative Auswirkungen auf die intellektuelle Entwicklung von Kindern, induziert Gedächtnis- und Lerndefizite sowie Sprachentwicklungsverzögerungen.

Fluglärm stört konzentrierte Arbeit, stört die Erholung; fehlen Erholungszeiten, führt die Beanspruchung zur Überaktivierung mit Leistungsminderung, mit Regulationsstörungen bis hin zur Krankheit. Kurz: lärmbelastete Menschen sind weniger ausgeruht, daher weniger leistungsfähig und häufiger krank. 

 

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