http://www.fluglaerm.de/koeln/RuettinGspr.html  

        Im Rahmen seiner Zuhör-Tour hat der Ministerpräsident am
        6. November 2009
in Lohmar den demonstrierenden Mitglie-
        dern der Lärmschutzgemeinschaft
ein Gespräch zum Thema
        Flughafen Köln/Bonn zugesagt
.

               

     Dieses fand am 22.01.2010 in der Staatskanzlei in Düsseldorf statt.

     Insbesondere die beispiellose Nachtflugsituation am hiesigen Flughafen
     war Gegenstand der einstündigen Diskussion, in deren Verlauf folgende
     Forderungen vorgetragen wurden:

     
    Diese Forderungen wurden bestärkt mit den folgenden Dokumenten, die
    die Einmaligkeit des Flugbetriebs in der Kernnacht (24:00 - 05:00 Uhr) auf
    dem Köln/Bonner Flughafen sowohl in Deutschland als auch in Europa
    belegen
:


    
         
   Beide Ergebnisse zusammengefasst macht die Misere für die vom Nachtfluglärm          Betroffenen in Köln/Bonn besonders deutlich:


    Speziell die  besonders lauten Flugzeugtypen (rötlich gekennzeichnet) - trotzdem
  in der sogenannten Bonusliste des Bundesverkehrsministeriums - gehören nicht
  in die Nacht und sind durch weniger laute (grünlich gekennzeichnet) zu ersetzen.


      Konsequenz: Statt der im Sinne der Lärmvermeidung weitgehend unwirksamen Bonusliste sollte der vom
     AIRPORTS COUNCIL INTERNATIONAL entwickelte Aircraft Noise Rating Index Anwendung            finden und damit alle rötlich eingefärbten Flugzeugtypen vom Nachtflug ausschließen !



     
    Desweiteren wurde deutlich gemacht, dass Nachtfluglärm als Erkrankungsrisiko eindeutig nachgewiesen
    ist. Im Umfeld des hiesigen Flughafens durchgeführte Studien des Bremer Epidemologen Prof. Dr. med.
    Greiser (
vom Umweltbundesamt unterstützt und veröffentlich) belegen:
   

    Je mehr Nachtfluglärm desto mehr Verordnungen von Blutdrucksenkern, Herz-Kreislauf-Medikamenten,                 Antidepressiva und Beruhigungsmitteln. Das Risiko, derartige Erkrankungen zu erleiden, steigt mit dem
    Außen- Dauerschallpegel ab 40 dB(A) kontinuierlich auf bis zu 140% an. Zudem  erhöht sich bei Frauen die             Wahrscheinlichkeit an Brust- oder Lymphdrüsenkrebs zu erkranken signifikant.

     
 Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor ständigem Nachtlärmstress: In ihrem kürzlich                     veröffentlichten Nachtlärm-Richtlinien für Europa reduziert sie ihre bisherige Unbedenklichkeitsschwelle
    von 45 auf 40 dB(A) nächtlichen Jahres-Dauerschallpegel außen am Gebäude, und übernimmt damit den
    von Prof. Greiser ermittelten Erkrankungs-Schwellenwert. Auch andere nationale und international Studien
    aus dem letzten Jahrzehnt lassen eindeutige Zusammenhänge zwischen Fluglärmbetroffenheit und Herz-               Kreislauf-Erkrankungen erkennen.


   Presseinformation der LSG zu diesem Gespräch:

   Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn e.V.
      V.i.S.d.P.: Helmut Breidenbach     Geschäftsstelle: Forststr. 141, 51107 Köln, T/F: 0221/865646

                                                                                                                               Köln,
25.01.2009

      Presseinformation

     Gespräch mit Ministerpräsident zum Nachtflug in Köln/Bonn

     Neuer Verkehrsminister Lienenkämper enttäuscht

     Ministerpräsident Rüttgers hat seine, im Rahmen der Zuhör-Tour in Lohmar gegebene, Zusage eingelöst
     und eine Delegation der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn (LSG) zu einem Gespräch in der
     Staatskanzlei empfangen. Ausführlich konnte die Situation beraten werden, die sich durch die 2008 vom
     damaligen Verkehrsminister Wittke vorgenommene Verlängerung der Nachtflugregelung bis 2030 ohne
     eine erneute Abwägung der Risiken des Nachtflugs ergeben hat.

     Die Vertreter der LSG haben, so der Vorsitzende Helmut Breidenbach, die Gelegenheit wahrgenommen,
     den Ministerpräsidenten über die außergewöhnliche nächtliche Fluglärm-Belastung im Umfeld des Flug-
     hafens zu informieren. Nach einer neuen Eurocontrol-Untersuchung hat der Flughafen Köln/Bonn die höch-
     ste Anzahl von Flugbewegungen in Europa während der Kernzeit der Nacht zwischen 0:00 und 5:00 Uhr
     noch vor den Flughäfen in Paris, Madrid und Brüssel.

     Umso wichtiger wird deswegen jetzt die schon 1996 vom Landtag beschlossene Einführung eines nächtli-
     chen Passagierflugverbots zwischen 0:00 und 5:00 Uhr – auch nachdem das Bundesverwal-tungsgericht
     eine gleichartige Entscheidung für den Flughafen Leipzig/Halle getroffen hat. Eine damals von der Politik
     ins Feld geführte mögliche Diskriminierung eines Verkehrs ist damit nicht mehr gegeben. Die Kölner
     Nachtflugregelung hat eine Öffnungsklausel für die nachträgliche Einfüh-rung dieser längst fälligen Betriebs-
     beschränkung,  die problemlos schon mit der Verlängerung der Nachtflugregelung 2008 möglich gewesen
     wäre.

     Zudem liegen durch die Greiser-Studie neue Erkenntnisse über erhöhte Erkrankungsraten von mehreren
     hunderttausend Lärmbetroffenen im Umfeld des Flughafens Köln/Bonn sowie die extrem hohen gesund-
     heitlichen Folgekosten des Nachtflugs vor, die in eine Abwägung hätten einbezogen werden müssen.
     Gefordert werden deswegen neben dem Passagierflugverbot in der Kernzeit der Nacht insbesondere eine
     nächtliche Lärmkontigentierung, die Herausnahme der lautesten Flugzeugmuster (MD11, B744, A300B4)
     aus der Nacht und ein langfristig angelegtes Lärmminderungskonzept mit verbindlichen Lärmminderungszielen.

     Kritik übte die Delegation auch an den jüngsten Äußerungen des neuen Verkehrsministers Lienenkämper.
     Dieser hat mit Blick auf den Nachtflug in Köln/Bonn vor den vermeintlichen Konkurrenzflughäfen Amsterdam
     und London gewarnt, wo der Nachtflug unbegrenzt möglich sei. Das Gegenteil ist der Fall, so Breidenbach:
     In Heathrow z. B. sind die Nachtflüge in der Kernzeit der Nacht auf 16 begrenzt  - davon können die Menschen
     hier in der Region hier nur träumen. Auch in Amsterdam gebe es eine Reihe von nächtlichen Beschränkungen.
     Lienenkämper habe bei seiner ersten Äußerung zu dem Thema erschreckende Unkenntnis bewiesen.

     Die Vorschläge der LSG sollen in der Staatskanzlei geprüft werden, für den Herbst wurde eine neue
     Gesprächsrunde vereinbart.


    gez. Helmut Breidenbach, Vorsitzender
       

    Hier die dazu in der Presse erschienenen Beiträge: