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Reaktionen zum Klageausgang
Aktuelle Ereignisse - Korruption und Missbrauch von Steuergeldern am Erfurter Flughafen?
 

Reaktionen und öffentliche Darstellungen zum Klageausgang:

In den Jahren nach dem Gerichtsverfahren kam es bedauerlicherweise mehrfach zu diskriminierenden und falschen Aussagen in den öffentlichen Medien bzw. seitens des Flughafens.

Thüringer Landeszeitung (TLZ), 28.5.99, Artikel: "Flugplatz: Kläger bleiben vorläufig ohne Schutz":

Mit fetter Überschrift wurde verkündet, dass Kläger vorerst ohne Schallschutz bleiben. Dem folgenden Text des Journalisten konnte man entnehmen, dass der Flughafenchef die Meinung vertritt, dass Nichtkläger nicht unter der Klage leiden sollen und nun in einem Flughafenprogramm mit Schallschutzfenstern ausgerüstet werden sollen. Von der Retourkutsche war die Rede - wer klagt kann im Nachhinein bestraft werden, indem er öffentlich diskriminiert wird. Es wurde darstellt, dass Kläger - trotz Abschluss der Klage (die Urteilsbegründung ging bereits im Frühjahr 1999 bei den Betroffenen ein) - vorerst mit Schallschutz gegenüber Nichtklägern benachteiligt werden.

Stellt das eine Art nachträglicher Rechtsbeugung dar? Von Rechtsstaatlichkeit hatten wir jedenfalls eine andere Vorstellung. Außerdem könnte man darin auch die Drohung sehen, dass man in Thüringen lieber nicht gegen Planfeststellungsverfahren o.ä. klagen sollte, da sich das nicht lohnt und man auch noch im Nachhinein noch bestraft werden kann.

Thüringer Allgemeine (TA), 4.8.99, Artikel: "Ab in den Süden"

In diesem Artikel findet man folgende Darstellungen:

" Über Jahre wurde geklagt, inzwischen hat das Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz alle Klagen abgewiesen."

Zu dieser Falschdarstellung sendeten wir an die entsprechende Redaktion der Thüringer Allgemeinen Zeitung in Erfurt eine Richtigstellung. Leider hielt man es nicht für nötig, die Wahrheit darzustellen. Nach unserem Wissen wurde diese Lüge bis heute nicht korrigiert. Auch ein persönliches Gespräch mit dem verantwortlichen Redakteur half nicht. Schade, auch für das Ansehen dieser Zeitung!

" Ab September will der Flugplatz auf seine Kosten an den Häusern der Nachbarschaft Lärmschutz-Fenster anbringen lassen. Es heißt, die Kläger kommen als letzte an die Reihe. Das böse Wort von der Retour-Kutsche macht die Runde."

Diese Äußerung ist eine Wiederholung der Darstellung des Artikels der TLZ - siehe oben.

Fernsehen, MDR: Sendung "Thüringenjournal" am 30.8.99 über eine Veranstaltung zum Flughafen Erfurt vom 29.8.99:

Die Sprecherin äußerte, dass Bürger gegen den Flughafenausbau geklagt haben, aber alle Klagen durch das Bundesverwaltungsgericht in Berlin abgewiesen wurden.

Anerkennend für diesen Sender ist, dass er unverzüglich unserer Bitte um Richtigstellung nachkam.

Betrug mit Fördergeldern am Erfurter Flughafen:

Mittlerweile ist der ehemalige Flughafenchef Gerd Ballentin wohl über eigene Probleme abgestürzt. Nachdem Stimmen in Rundfunk, Fernsehen und örtlicher Presse (z.B. MDR, TA, TLZ,...) laut wurden, dass Zahlenangaben zu Passagieren und Flugbewegungen gefälscht wurden, um Fördermittel für den weiteren Ausbau zu erhalten, hat Herr Ballentin seinen Posten als Flughafendirektor frei geräumt. Laut Pressemeldung vom 26.1.06 wurde Herr Ballentin dann wegen den Vorwürfen und sich verhärtenden Verdachten fristlos entlassen.

Es häufen sich Fragen. Eine Schande ist das auch für die Landesbehörden. Wurden die Daten nicht geprüft und öffentliche Steuergelder hier wohlwollend in ein Millionengrab hereingepumpt, wo doch die Staatsverschuldung extrem hoch ist und in anderen Bereichen massiv gespart werden muss? Haben sich hier Personen gegenseitig gedeckt? Die Staatsanwaltschaft hatte Herrn Ballentin bereits verhaftet. Gegen Kaution von 20000€ wurde er wieder frei gelassen.

Die im Vorfeld des Flughafenausbaus versprochenen vielen neuen Arbeitsplätze, die durch den Flughafen kommen, sind nicht zu entdecken. Die Quote von Menschen im berufsfähigen Alter ohne selbst verdientem Lohn bzw. Gehalt ist immer noch erschreckend hoch.

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