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Presseerklärung vom 29.11.2001 Größenwahn treibt weitere Blüten"Presseerklärung zur Pressekonferenz am 29.11.2001 des Aktionsbündnis gegen den weiteren Ausbau des Flughafens DO vertreten durch:
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Die Diskussion um die Aufweichung des Planfeststellungsbeschlusses treibt dem Höhepunkt zu. Kurz vor der Entscheidung der politischen Gremien wirft der Flughafen-Chef Nunkesser sein gesamtes Gewicht in die Waagschale. Keine politische Gruppierung, die er nicht auf Wunsch mit seinen Informationen füttert. Beschwichtigende Fachbegriffe wie
sollen Eingang finden bei den Mandatsträgern und sie zur Zustimmung seiner Planungen bewegen. Zur Realisierung dieser Zielsetzung bediente sich Herr Nunkesser auch der vor 10 Tagen präsentierten Umfrage der Universität Dortmund. Nach der damaligen Interpretation
Nach eingehender Prüfung durch einen Fachmann werden unsere spontan nach der Veröffentlichung geäußerten Bedenken zum flächenmäßigen Erhebungsbereich der Befragung bestätigt. In Dortmund ist ein Großteil des gesamten Stadtgebiets in die Erhebung einbezogen worden, also auch Gebiete, die bisher keine oder fast keine Belastung durch Fluglärm haben. In Holzwickede ist die Anzahl von 75 Befragten so gering, dass fast keine Rückschlüsse zulässig sind. Nur die veröffentlichen Ergebnisse aus Unna scheinen sich mit unseren Erkenntnissen zu decken: Unna muss rund 70 % aller Landeanflüge verkraften. Die insgesamt negative Meinung der Unnaer Bevölkerung zum Flughafen stellt offenbar in den Augen des Herrn Nunkesser keine Barriere dar, die Umfrage bei den Dortmunder Polit-Vertretern als "Erfolg" zu verkaufen. Kein Wunder - wirkt sich die Unnaer Flughafen-Problematik nicht auf das Dortmunder Wählerverhalten aus! Einmal widersprechen wir dem auf der Basis des nicht akzeptablen großen Dortmunder Befragungs-Areals vorgestellten Ergebnis vehement! Zum anderen ist die Methodik insofern zu kritisieren, als es richtig gewesen wäre, die "Meinungen zur Verspätungsregelung" prozentual vom Gesamtergebnis abzuleiten. Danach befürworten nämlich (von 1.499 Befragten)
Korrekte Ergebnisse, die Nunkessers Interpretation auf den Kopf stellten! Unsere Sachkritik:Ausgehend von der Befragung im "gesamten Dortmunder Stadtgebiet" (der Ortsteil Höchsten ist z.B. nicht erfaßt, wird aber überflogen!) ergibt sich ein Ergebnis, das für den Abwägungsprozess ungeeignet ist. In der Kontrollzone des Flughafens leben rund 400.000 Dortmunder, die mit nächtlichen Ruhestörungen durch Fluglärm zu rechnen haben. Wie die Entwicklung der letzten 15 Jahre zeigt, werden prognostizierte Belastungen nicht wahrgenommen. Erst nach deren Auftreten setzen Wahrnehmungen und Proteste ein. Dagegen ist von Bewohnern außerhalb der Ab- und Anflugsektoren überhaupt keine kritische Meinung zur Fluglärmbelastung zu erwarten. Diese Verhaltensmuster spiegeln sich im vorgestellten Ergebnis durch die Flughafen GmbH wider. (Während der beauftragte Professor offenbar durchaus kritische Anmerkungen machte.) Die Flughafen GmbH sieht sich legitimiert, aus dem Ergebnis ihr Anrecht auf Durchsetzung der Verspätungsregelung abzuleiten. Um die politischen Entscheidungsträger positiv zu beeinflussen, schreckt Nunkesser auch hierbei nicht vor einer fehlerhaften Analyse des Ergebnisses zurück: "Mehrheit ist für 1 Stunde". Um den öffentlichen Druck zu erhöhen, scheut die Flughafen GmbH in dieser Sache keine Kosten: Eine mit einer Auflage von 400.000 Stück produzierte Hochglanz-Werbung (geschätzte Kosten zwischen 50. und 60.000 DM) soll die Akzeptanz des Flughafens in der Bevölkerung erhöhen und die Politik für die weitere Salamitaktik einstimmen. Diese kostenträchtige Maßnahme erklärt sich seit gestern auch dem entferntesten Illusionisten: der Flughafen-Chef erstickt in seinem wachsenden Schuldenberg. Rettung können nur mehr (große Ferien-) Flieger mit möglichst hohen Landegebühren bringen! Denn seit gestern ist es durch Herrn Nunkessers Bestätigung offiziell, was rund 30.000 Einwender/innen im Planfeststellungsverfahren prognostiziert haben:
Zur Information: das 2. Abfertigungsgebäude des Flughafens Paderborn kostete rund 50 Mio., abgefertigt werden dort ebenso viele Passagiere wie in Dortmund prognostiziert (1,5 Mio.). Bei der Vorstellung des Ausbauprojekts im Jahre 1992 betrugen die kalkulierten Kosten rund 211 Mio. DM, wir stellen also eine Kostenüberschreitung von rund 150 % fest. Damals wurde in Rahmen der Prognose zur Passagierentwicklung ein Wirtschaftswachstum von jährlich 2,5 % vorausgesetzt. Die jetzt durch Nunkesser öffentlich gemachte Entwicklung ist also nicht überraschend, sie konnte seit Jahren vorhergesehen werden. Bereits nach der Inbetriebnahme der 1.450 m-Bahn wurde deutlich, dass kein Bedarf für größere Flugzeuge im Geschäftsreiseverkehr bestand. Auch der Flüsterjet düst nur ab und an nach München, ansonsten flog und fliegt er Mallorca an. Auch transportierten weder eine Boeing noch ein Airbus einen einzigen Geschäftsreisenden! Trotz dieser für den Flughafen-Chef dramatischen Entwicklung setzt er seine Salamitaktik fort. Er hält an der Notwendigkeit von (zunächst nur) verspäteten Landungen fest, bedient sich der Unterstützung von "eurowings" und "Air Berlin" und deren Drohung von Arbeitsplatzverlusten! Eurowings-Chef Weitholz hat vor dem CDU-Kreisausschuß gefordert, die Betriebszeit für Probeläufe in der Lärmschutz-Kabine vor 6.00 Uhr auszudehnen. Air-Berlin-Chef Hunold hat dem gleichen Kreis mit Abwanderung gedroht, gebe es keine Verspätungsregelung bis mindestens 23.00 Uhr. Bemerkungen am Rande: Die Bundesrepublik hat durchgesetzt, dass der Flughafen Zürich-Klothen aus Lärmschutzgründen nachts nicht mehr über deutschem Hoheitsgebiet angeflogen werden darf. Auch die Holländer wehren sich gegen den Ausbau des Flughafens Weeze-Lahrbruch an der niederländischen Grenze aufgrund der Anflugrouten über ihrem Hoheitsgebiet. Staatsverträge, Planfeststellungs- und Ratsbeschlüsse - diese Papiere ignoriert Heinz-A. Nunkesser wie die Feststellung des Oberverwaltungsgerichtes Münster, die Spitzenpegel seien zur Beurteilung der Lärmbelastung maßgebend. Was offenbar nur zählt, sind "seine" roten Zahlen, die er in schwarze umwandeln möchte. Dagegen stehen die betroffenen Menschen, die auch "rote Zahlen" einbringen: Verluste an Gesundheit und Lebensqualität, an Grundstücks- und Mietwerten! Hierüber gibt es keine offiziellen Zahlen, in die politischen Diskussionen fließen diese Verluste nicht ein! Wir fragen, ist es rechtens
Wir sagen eindeutig "Nein" und verweisen auf die uns bis gestern vorliegenden mehr als 10.000 Protestunterschriften. Sie beweisen , das ein großer Teil der Bevölke-rung für die Einhaltung der im Planfeststellungsbeschluss verankerten Eckwerte 22.00 Uhr und 75 t-Grenze eintritt. Wir fordern die Dortmunder Politiker in den verschiedenen Gremien auf, sich im Abwägungsprozess für den gesundheitlichen Schutz der Bürgerinnen und Bürger und gegen die krebsartig wuchernden Ansprüche der Flughafen-Lobby zu entscheiden. Die Schluss-Frage bleibt, ob ein Flughafen-Chef einer kommunalen Einrichtung, der
noch länger tragbar ist? Wie aus der öffentlichen Meinung zu entnehmen, ist er zudem in der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung unglaubwürdig, in der politischen Handhabung mehr als ungeschickt (s. 24 Uhr-Regelung / Umfrage im gesamten Dortmunder Stadtgebiet), selbst in der Flughafenkoalition nicht mehr unumstritten! In der freien Wirtschaft stände dieser Chefsessel schon lange zur Disposition. Wenn der Dortmunder Rat Herrn Nunkesser erneut den Rücken stärkt, würde dieser Akt nicht ohne politische Folgen bleiben! siehe auch
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Letztes Update: 02.12.2001