Schutzgemeinschaft Fluglärm
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Lärm-Messungen in der Einflugschneise
zum Flughafen Dortmund

Seit langer Zeit wurde die fortwährende Lärmmessung in der Einflugschneise und in der Umgebung des Flughafen Dortmund gefordert. Seit August 2001 werden endlich an drei Messpunkten Lärmdaten gemessen

  • Unna-Massen (Karlstraße),
  • Aplerbeck (Trapphoffstraße) und
  • Wickede (Langschedestraße).

Die Messung erfolgt durch eine vollautomatische Fluglärmüberwachungsanlage. Angeblich will Flughafen-Chef Heinz August Nunkesser sogar die Messwerte im Internet veröffentlichen (Info September 2001).

Je nach Strandpunkt (Lärmbetroffene oder Flughafenbefürwortende) werden die Messdaten unterschiedlich interpretiert.
 

siehe auch

  • Der Flughafen bezieht jetzt Horchposten
    Lärm wird automatisch überwacht
    Bericht in der WAZ vom 11.09.2001
     

Aktuelles September 2001

  • Flughafen will leise Flieger belohnen
    Ergebnis der ersten Lärmmessungen
    Bericht in der Westfälische Rundschau vom 11.09.2001
     

Aktuelles September 2001

  • Lärm-Bonus für Jets
    Flughafen-Chef Nunkesser hat die ersten Lärmdaten vorgelegt
    Bericht im Hellweger Anzeiger vom 11.09.2001
     

Aktuelles September 2001

  • Fluglärm niedriger als erwartet
    Mess-Station in Aplerbeck und Wickede
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 11.09.2001
     

Aktuelles September 2001

siehe auch Übersicht Lärm und Lärmschutz
 


Der Flughafen bezieht jetzt Horchposten

Lärm wird automatisch überwacht
 

 
Bericht in der
WAZ vom 11.09.2001

Wenn sich in Zukunft Anwohner über übermäßigen Fluglärm beschweren, weil sich ein Pilot nicht an die Spielregeln hält, kann die Flughafengesellschaft mit Beweisen aufwarten. Seit August ist die vollautomatische Fluglärmüberwachungsanlage in Betrieb.

Airport-Chef Heinz August Nunkesser überlegt sogar, die Messwerte im Internet öffentlich zu machen.

In Verlängerung sowie seitlich der Startbahn Ruhrgebiet muss der Flughafen - so hatte es der Regierungspräsident Münster in der Betriebsgenehmigung zur Auflage gemacht - auf Horchposten gehen. Seit August sind drei stationäre Systeme in Betrieb: Karlstraße in Unna-Massen, Trapphoffstraße in Aplerbeck und Langschedestraße in Wickede.

Ein Mikrofon überträgt rund um die Uhr alle Geräusche zu einem Rechner vor Ort; nachts werden die Daten in die Zentrale überspielt, automatisch ausgewertet und archiviert. Was die nackten Zahlen verschweigen, verrät die Audioaufzeichnung: die Art der Lärmquelle. Beim Abhören lässt sich zwischen einem vorbeifahrenden Auto oder einem Zug genauso unterscheiden wie zwischen Flugzeugtypen. Die Flieger hören sich nicht nur verschieden an, sie entwickeln auch unterschiedlich viel Lärm. Besonders unrühmlich tat sich im August die alte MD 80 mit bis zu 93,8 db(A) beim Starten in Unna-Massen hervor; sie wird auf der Linie nicht mehr eingesetzt. Zu den Leisefliegern gehören die Turbo-Prop ATR 42 (72,7) und der Düsen-Jet CRJ (72,0). Interessant: Die Boeing 737-800 - um 15 Plätze größer - startet um 2,3 db(A) leiser als die B 737-400.

Nicht die Größe macht den Unterschied, sagt Flughafen-Chef Nunkesser. Je moderner eine Maschine, umso leiser. Ferner deuteten die Messwerte darauf hin, dass die tätsächliche Lärmemisson hinter der genehmigten zurückbleibt.

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Flughafen will leise Flieger belohnen

Ergebnis der ersten Lärmmessungen
 

 
Bericht in der Westfälische Rundschau vom 11.09.2001

(har-) Auf dem Flughafen in Dortmund dürfen nur leise Maschinen landen. Aber auch unter diesen gibt es solche, die vergleichsweise laut sind. Deshalb denkt Flughafenchef Heinz A. Nunkesser über eine Bonusregelung bei den Landegebühren für solche Fluggesellschaften nach, die die Nerven der Flughafenanlieger besonders schonen.

Denn auch das ist ein Ergebnis der ersten Lärmmessungen: Alte Flugzeuge machen mehr Lärm als neue. Das Flugzeug MD 80 zum Beispiel wird beim Start in Aplerbeck mit 85,6 dBA wahrgenommen, die Boeing 737-800 aber nur mit 79,1. Drei dBA kämen in etwa einer Halbierung des Lärm gleich, erläuterte Nunkesser. Die ATR 42 erzeugt sogar nur 69,4 dBA.

Jeder Start, jede Landung wird seit Anfang August von Computern aufgezeichnet, lässt sich auch noch im Nachhinein den einzelnen Fluggesellschaften zuordnen. Festgehalten werden sogar auch die akustischen Signale, weil gelegentlich auch passiert, dass etwa ein vorbeifahrender Zug als so genanntes "Lärmereignis" alles andere überdeckt.

Nunkesser will die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren und mittelfristig auch (über Internet) zugänglich machen. Die Diskussion über Flugzeuge, die Flughafennachbarn im August gesehen und mit massiver Kritik irrtümlicherweise als Spätlandungen nach 22 Uhr dem Flughafen Wickede zugeschrieben hatten, hätte mit dieser Anlage geklärt werden können.

Die Spekulationen um ein höheres Abfluggewicht gingen zurück auf Meinungsunterschiede zwischen Fluggesellschaften und Luftaufsicht über bestimmte Boeing- und Airbus-Typen. Es sei ein Streit um Kaisers Bart, sagte Nunkesser, weil die 2000 m lange Landebahn sowieso nur ein maximales Abfluggewicht von 72 000 kg zulasse. Dortmund brauche auch keine, weil der politische Auftrag europäischer Flugverkehr sei. "Den können wir abwickeln."

Die Gesellschaften, die mit den genannten Flugzeugen fliegen, hätten zwischenzeitlich eine Ausnahmegenehmigung. Er werde sich für eine Verdeutlichung der Betriebsgenehmigung einsetzen.  

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Lärm-Bonus für Jets

Flughafen-Chef Nunkesser hat die ersten Lärmdaten vorgelegt
 

 
Bericht im Hellweger Anzeiger vom 11.09.2001

UNNA Ein Jahr nach dem ersten Start von Düsenflugzeugen des Typs Boeing 737 und Airbus 319 in Dortmund hat Flughafen-Chef Nunkesser gestern Lärmdaten vorgelegt. Seit August sind drei Messpunkte in Massen, Aplerbeck und Wickede aktiv. Die Mess-Ergebnisse aus der Einflugschneise in Massen zeigen, dass die Ohren der Anwohner nicht trügen: Die Boeing-Jets, die seit der Pistenverlängerung Startfreigabe haben, sind im Steigflug etwa dreimal so laut wie die Propellermaschinen der Eurowings vom Typ ATR 72 und ATR 42. Eine Boeing 737-400 erreicht beim Start einen Schalldruckpegel von 88,9 Dezibel, vergleichbar mit dem Wert einer stark befahrenen Straße. Eine Propellermaschine vom Typ ATR 72 kommt über dem Messpunkt in der Siegfriedstraße auf einen Wert von 75 Dezibel.

Ein Unterschied von etwa 12 Dezibel bedeutet eine Verdreifachung des Fluglärms. Die größere und modernere Schwester der Boeing 737-400 (Typ 737-800) ist um 3 Dezibel weniger geräuschvoll, also halb so laut.

“Modernes Fluggerät ist leiseres Fluggerät“,

sagte Nunkesser und stellte neue Gebühren in Aussicht.

“Flugzeuge, die bestimmte Werte nicht überschreiten, werden belohnt“,

so der Geschäftsführer der Flughafen GmbH. Neben den Lärmwerten einzelner Jets stellte Nunkesser auch Messergebnisse zum so genannten Dauerschallpegel vor. Dabei wird laut Fluglärmgesetz die durchschnittliche Geräuschbelastung nach einem komplizierten Verfahren errechnet. Nunkesser:

“Die gemessenen Fluglärmwerte liegen unterhalb der in den Gutachten berechneten Lärmwerte.“

Dies ergebe sich auch bei einem von den Flughafengegnern bevorzugten Berechnungsverfahren. Allerdings seien die Daten aufgrund des kurzen Betriebszeitraums noch nicht repräsentativ.

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Fluglärm niedriger als erwartet

Mess-Station in Aplerbeck und Wickede
 

 
Bericht
in den Ruhr Nachrichten vom 11.09.2001

Der Flughafen verkündet gute Nachrichten für die Anwohner: Der Fluglärm ist niedriger als erwartet. Das haben Messungen einer neuinstallierten, 430 000 Mark teuren Überwachungsanlage ergeben. Zwar seien die Messwerte wegen des kurzen Messzeitraumes noch nicht repräsentativ - soviel kann die Flughafen GmbH allerdings schon sagen. Der durchschnittliche Dauerschallpegel liegt in Aplerbeck bei 52 Dezibel. Ab 62 Dezibel ist der Flughafen per Auflagen verpflichtet, Schallschutz-Maßnahmen an Häusern zu bezahlen.

Die Sendemasten der Mess-Stationen sind auf Hausdächern in Aplerbeck (Trapphofstraße), Wickede (Langschedestraße) und Unna-Massen (Karlstraße) befestigt und mit Fluglärmrechner und Mikrofon ausgestattet. Fluggeräusche (geschätzte Überflughöhe 140 Meter) sowie Fremd- und Umgebungsgeräusche werden gespeichert und zu einem Zentralrechner übertragen, der alle Daten auswertet. Dabei werden die Geräusche dem Flugplan gegenübergestellt.

"So konnten wir zum Beispiel ausschließen, dass ein Lärmereignis am 20. August um 6.18 Uhr in Aplerbeck von einem Flugzeug verursacht wurde. Auslöser war ein Zug",

erklärt Flughafen-Chef Heinz August Nunkesser.

Erste Bilanz der Messungen: Landungen sind lauter als Starts. Am meisten Lärm macht die MD 80 mit über 90 dbA, am wenigsten der Canadair Regional Jet mit 75,7 dbA. Und: größer heißt nicht lauter. Denn, so die Flughafen GmbH, die neue, schwerere Boeing 737/800 ist leiser als ihre leichtere Vorgängerin. Trotzdem dürfte das Schwergewicht in Dortmund eigentlich gar nicht landen.

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Letztes Update: 23.09.2001