Schutzgemeinschaft Fluglärm
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bestehen.

 

Jetzt muss der Dortmunder Rat „Farbe bekennen"

Presseerklärung zur Pressekonferenz am 25.09.2001 des Aktionsbündnis gegen den weiteren Ausbau des Flughafens DO vertreten durch:

  • Christoph Diestelhorst, evangelische Kirchengemeinde Dortmund-Wickede
  • Ulf Schlüter, evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Dortmund-Asseln
  • Ursula Wirtz, Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund - Kreis Unna e.V.
     

Im Düsenjet-Tempo überrumpelt Herr Nunkesser die Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörde mit immer neuen Anträgen zur Aufweichung des am 24. Januar 2000 erteilten Planfeststellungsbeschlusses:

Mit Antrag aus April dieses Jahres sollte der planfestgestellte Beginn der Nachtruhe von 22.00 Uhr auf Mitternacht verschoben werden,
im September fragt er: „Darf ´s ein bisschen mehr sein?"
Und meint damit die Erhöhung des festgelegten Höchstabfluggewichts von 75 t.

Nunkesser setzt die über Jahrzehnte praktizierte Salamitaktik fort und bedient sich einmal mehr einer „Mogelpackung":

Farbig in Wort und Bild hat Heinz-August Nunkesser nicht nur den Rat und die Genehmigungsbehörde, sondern auch die Öffentlichkeit zu überzeugen versucht, dass

„der Touristikverkehr eine untergeordnete Rolle mit gerade einmal 20%"

spielen werde. Auch grenze neben

„der viel zu kurzen Bahn von 2.000 m das zulässige Abfluggewicht von 75 Tonnen"

Flugzeuge des Chartergeschäfts aus.

„Der große Touristikverkehr fliegt an Dortmund vorbei".

(Alle Zitate entnommen aus „Fakt 2010" der Flughafen GmbH)

Rat und Genehmigungsbehörde sind den Ausführungen Nunkessers gefolgt, aber bei den betroffenen Bürgern herrschte Skepsis.

Und nun ist es gekommen, wie es kommen musste - die Ausbaubegründungen des Heinz-August Nunkesser entpuppen sich als reiner Etikettenschwindel. Denn seit Inbetriebnahme der 2.000 m-Bahn ist noch kein einziger großer Düsenjet im Geschäftsreiseverkehr geflogen.

Sofort im Winterflugplan 2000 / 2001 setzte der Touristikverkehr mit Düsenjets dieser Kategorie ein!

Auch hier „Salamitaktik pur": Die „Air Berlin" begann den Verkehr mit einer „Boeing 737 - 400"( 167 Sitze / 68 t). Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, folgte schnell die Boeing 737 - 800 / mit 189 Sitzen und rd. 78 t.

Als die Luftaufsicht Münster den Schwindel bemerkte, sah sie sich in einer schwierigen Lage: Strikte Einhaltung der 75 t oder „Sondergenehmigung". Sie entschied sich einmal mehr, „um gravierende Nachteile für die Fluglinien und den Flughafen Dortmund zu vermeiden", für die Erteilung von „Ausnahmeerlaubnissen".

Da der Flughafenchef in seinen Verhandlungen mit den Touristikriesen TUI u.a. und den Fluggesellschaften Hapag Lloyd und AIR BERLIN diese Flugzeuggrößen fest eingeplant hat, lehnt sie auf Dauer die „Ausnahme-erlaubnisse" ab. Sie besteht auf einer politisch legitimierten Lösung mit der Begründung, dass „die Aufnahme der 75 Tonnen-Grenze in den Planfeststellungsbeschluss auf den ausdrücklich erklärten Wunsch der Stadt Dortmund nach entsprechendem Ratsbeschluss erfolgt ist". Und „Nach der Festlegung im Planfeststellungsbeschluss ist der Betrieb dieser Maschinen nicht zulässig."

Denn wiederum hatte Heinz-August Nunkesser mit seinem gestellten Antrag vom 10.09.01 zur Überschreitung der Gewichtsbeschränkung den Rat der Stadt Dortmund übergangen!

Wir erinnern einmal mehr an die Ausführungen im Planfeststellungsbeschluss:
Da ist die Rede

  • vom Luftverkehrskonzept NRW, das Wickede „zu einer Station regionalen Linienflugverkehrs sowie zu einem Schwerpunkt für den Geschäftsreise-verkehr" vorsieht,
  • von der „Anpassung der Start- und Landebahn an die Leistungskriterien der Flugzeuge für den Regionalverkehr",
  • vom „wirtschaftlichen Einsatz von für den regionalen Flugverkehr vorgesehenen Flugzeugmustern mit Sitzplatzkapazitäten zwischen 70 und 130 Sitzplätzen" ...
  • ·von den vorgetragenen Bedenken, dass „über den eigentlichen Zweck des Regionalluftverkehrs hinaus Massentourismus vom Flugplatz DO-Wickede aus zu ermöglichen. Dies sei nicht Ziel des Vorhabens."

Zur Definition Massentourismus, der auch von Herrn Nunkesser immer wieder verneint wird, haben wir eine konträre Interpretation!

Niemand kann leugnen, dass der Geschäftsreiseverkehr in Wickede „stagniert", wenn nicht rückläufig ist. Die überproportionalen Steigerungsraten der Passagierzahlen liegen jetzt ausschließlich im Touristikbereich. Sie werden nach unseren Informationen auf rd. 50 % aller Passagiere eingeschätzt.

Damit liegt der Touristikanteil heute schon - 10 Monate nach Inbetriebnahme der neuen Bahn - weit über dem von der Flughafen GmbH für das Jahr 2010 prognostizierten von 20 %!

Die auch von der Flughafen GmbH weiter erwarteten hohen Zuwachszahlen beruhen auf den Steigerungsraten allein in der Touristik-Sparte!

Die nun von Nunkesser beantragte Zulassung von Flugzeugen mit höherem Abfluggewicht dient - ebenso wie die Ausweitung der Betriebszeit - einzig und allein der Förderung dieses Geschäftszweiges. Die Begründung im Ausbauantrag ist damit hinfällig und der Ratsbeschluss „zum Zwecke der Wirt-schaftsförderung" wird konterkariert!

Belegt durch die technische Dokumentation sind die höheren Lärmwerte der Düsenjets gegenüber den im Geschäftsreiseverkehr eingesetzten Turboprops. Auf die Menschen in den An- und Abflugsektoren und im Flughafenumfeld kommen somit steigende Belastungen - auch durch höhere Abgaswerte - zu.

Jetzt muss der Rat Farbe bekennen, ob er die über Jahrzehnte praktizierte Salamitaktik der Flughafen GmbH weiter mittragen und einen Touristikflughafen mit dessen fatalen Folgen seinen Bürgerinnen und Bürgern und den Menschen in den Nachbargemeinden zumuten will!

Die Mehrheitsfraktionen müssen sich fragen, ob sie die politischen Folgen in den gebeutelten Stadtteilen übernehmen wollen!

Übersicht Betriebsgenehmigung

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Letztes Update: 18.11.2001