Schutzgemeinschaft Fluglärm
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Neue SGF-Website www.sgf-do-un.de
mit Infos seit 2006 online seit dem 07.05.2006.

Diese Website bleibt vorerst als
Archiv für die Infos von 1998 - 2005
bestehen.

Betriebsgenehmigung

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Wichtige Infos auf einen Blick (Stand Dezember 2001)

Im Planfeststellungsbeschluss vom Januar 2000 wurde die Betriebserlaubnis detailliert festgelegt. Wieder und wieder versucht die Flughafen GmbH diese Betriebsgenehmigung auszuhebeln und zu erweitern.

Eckdaten der aktuellen Betriebserlaubnis

  • 2.000 m Start- und Landebahn mit 300 m versetzten Schwellen
  • Höchstabfluggewicht 75 t
  • Betriebszeit von 6.00 bis 22.00 Uhr

Ausweitung der Betriebserlaubnis

Die Bezirksregierung Münster kann auf Antrag Ausnahmegenehmigungen und vorläufige Ausnahmegenehmigungen erteilen.

Ein Dauerthema ist der Antrag auf „Nachtflüge" (Hinweis: diesem Thema ist ein eigener Schwerpunkt gewidmet, mehr unter Nachtflug).

Im September 2001 stellte die Flughafengesellschaft den Antrag die Gewichtsbeschränkung für die Flugzeuge (bisher auf auf 75 Tonnen begrenzt) generell aufzuheben.

Am 04.10.2001 beschloss der Rat mit den Stimmen von SPD und CDU, den umstrittenen Antrag der Flughafengesellschaft beim Regierungspräsidenten in Münster zu unterstützen:

  • Der Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahre 2000 soll so geändert werden, dass ausdrücklich auch die neuen, etwas schwerer als 75 Tonnen zugelassenen Flugzeugmuster der Maschinen Boeing 737 und Airbus A 320 in Wickede starten und landen dürfen.

  • In ihrem gemeinsamen Antrag halten sich SPD und CDU sogar die Option offen, auf jegliche Tonnage-Begrenzung zu verzichten.

Am 20. Dezember soll dann endgültig entschieden werden.

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Meldungen und Berichte

Die folgenden Informationen sind chronologisch geordnet, die aktuellsten finden Sie ganz oben.
 
  • Kreisparteitag der CDU Dortmund am 07.12.01 zur Flughafen-Debatte
    18.000 Menschen, die sich per Unterschrift für die Beibehaltung der Eckdaten des Planfeststellungsbeschlusses zum Flughafen Dortmund aussprechen, können mit dem Beschluss des Kreisparteitages der CDU nicht vollends zufrieden sein
    Presseerklärung vom 08.12.2001
     

  • Rücksicht auf Menschen nehmen
    Flughafen-Regelung - Stellungnahme deutscher Siedlerbund
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 06.12.2001
  • Späte Flieger: CDU-Parteispitze peilt 23 Uhr an
    Bericht in der Westfälischen Rundschau vom 05.12.2001

  • Verspätung bis 22.30 oder 23 Uhr?
    CDU zu Flughafen: Leitantrag des Kreisvorstands bleibt hinter Fraktionspapier zurück
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 05.12.2001
     

  • Unsere Unterschriftenaktion gegen Nachtflug und Aufhebung der 75 t-Obergrenze
    Mehr als 17.000 Unterschriften gegen Nachtflug und die Ausweitung der Betriebserlaubnis
    Pressemitteilung vom 04.12.2001 des Aktionsbündnis gegen den weiteren Ausbau des Flughafens Dortmund
     

  • Verspätung bis 22.30 oder 23 Uhr?
    CDU zu Flughafen: Leitantrag des Kreisvorstands bleibt hinter Fraktionspapier zurück
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 05.12.2001

  • Flughafenkritiker wollen in die Politik
    Zusammenarbeit mit Grünen ist denkbar
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 30.11.2001
     
  • „Größenwahn treibt weitere Blüten"
    Sachkritik an der Umfrage der Universität Dortmund im Auftrag der Flughafen Dortmund GmbH
    Presseerklärung zur Pressekonferenz am 29.11.2001 des Aktionsbündnis gegen den weiteren Ausbau des Flughafens Dortmund
     
  • CDU-Papier: Landung nach 23 Uhr
    Diskussion angeregt
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 29.11.2001
     
  • CDU-Fraktion will Flugzeuge auch noch nach Mitternacht landen lassen
    Bericht in der Westfälischen Rundschau vom 29.11.2001
  • Flughafen: Vorstand der SPD wartet ab
    Bericht in der Westfälischen Rundschau vom 28.11.2001

  • Flughafen: Wir halten die Zeiten strikt ein
    Bericht in der WAZ vom 14.11.2001

  • 23 Uhr könnte die neue Zauberformel lauten
    Flughafen-Chef Nunkesser hat den Fragenkatalog der CDU ausführlich beantwortet
    Bericht in der Westfälische Rundschau vom 26.10.2001

  • Unterschriften gegen späte Landungen
    Bericht in der WAZ vom 22.10.2001

  • Großes Sicherheitsrisiko
    Betrifft: Flughafen.
    Leserbrief von Petra Dobbert in der WAZ vom 13.10.2001 zur Flughafen-Veranstaltung am 27.09.2001 in Aplerbeck
     

  • Im Dezember fallen für Wickede die Würfel
    Harnisch: Noch gewaltiger Packen von Arbeit zu erledigen
    Bericht in der WAZ vom 05.10.2001  

  • Die großen Fraktionen gingen auf gleichen Kurs
    Einigung beim Flughafen erst kurz vor der Ratssitzung - Regierungspräsident bekommt das gewünschte Signal
    Bericht in der WAZ vom 05.10.2001  

  • Flughafen: SPD und CDU ringen um Lösung
    Das Ziel, das SPD und CDU anpeilen, ist das gleiche: Beide möchten, dass die (theoretisch schwereren) Flugzeugmuster Boeing und Airbus auch nach Ende Oktober weiter in Wickede abheben dürfen
    Bericht in der Westfälische Rundschau vom 03.10.2001

  • Flughafen: Spannung bis zur letzten Minute
    Die Debatte über den Flughafen bleibt spannend - vermutlich sogar bis zur letzten Minute vor der Ratssitzung am Donnerstag
    Bericht in der WAZ vom 03.10.2001  

  • Bahn frei für schwere Flieger
    SPD stimmt zu
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 02.10.2001

  • Niemand misst exakte Flughöhe
    78 Tonnen-Maschinen landen illegal/
    500 Bürger bei Flughafen-Veranstaltung
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 29.09.2001

  • Münster warnt den Rat
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 29.09.2001

  • Politiker legen Streit um den Flughafen bei
    Bericht in der WAZ vom 29.09.2001
       

  • Zum zweiten Mal stellte Nunkesser einen Antrag, ohne vorher die notwendige Zustimmung des Rates einzuholen
    Stellungnahme gegen die Ausweitung der Betriebszeit
    Leserbrief von SGF, Werner Wirtz an die Medien in Dortmund und Unna vom 26.09.2001
     

  • Jetzt muss der Dortmunder Rat „Farbe bekennen"
    Presseerklärung zur Pressekonferenz am 25.09.2001 des Aktionsbündnis gegen den weiteren Ausbau des Flughafens Dortmund
     

  • OB hält generell an Fliegern mit 75 Tonnen fest
    Bericht in der Westfälische Rundschau vom 22.09.2001

  • „Absurde" Gewichtsveränderung
    Bezirksvertretung Brackel kritisiert Vorgehen von Flughafen GmbH und Stadtverwaltung
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 22.09.2001

  • Rat will mehr Zeit
    Flughafen
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 20.09.2001  

  • Schwere Flieger: Rat hat das Wort
    Wickede: Regierungspräsident schrieb OB
    Bericht in der WAZ vom 19.09.2001  

  • Zur Fußball-WM muss Infrastruktur stimmen
    IHK-Chef Klaus Günzel zu Flughafen und Metrorapid
    Bericht in der WAZ vom 15.09.2001

  • Zufall deckte Boeing-Gewichts-Probleme auf
    Fluggesellschaft stellte brav einen Ausnahmeantrag und brachte Behörde auf die Spur
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 11.09.2001
     

  • Brief eines SGF-Mitglieds vom 11.09.2001
    an die Bezirksregierung Münster
    zum Antrag auf Sondergenehmigung für erhöhte Abfluggewichte
    mit kleiner Flughafenchronik über die nicht eingehaltenen Aussagen zum Flughafen in den letzten Jahren
     

  • Neue Jets werden zu schwer
    Neue Probleme für den Flughafen?
    Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 10.09.2001
     


23 Uhr könnte die neue Zauberformel lauten

Flughafen-Chef Nunkesser hat den Fragenkatalog der CDU ausführlich beantwortet
 

 
Bericht in Westfälische Rundschau vom 26.10.2001 von Gregor Beushausen

Die Steilvorlage kommt aus dem Hause der Flughafen GmbH. Ob CDU und SPD den Ball aufnehmen, wird sich spätestens in der Dezember-Sitzung des Rates zeigen: Eine Stunde mehr - und das Dauer-Problem der Spätlandungen wäre im Großen und Ganzen vom Tisch. 23 Uhr könnte die neue Zauberformel lauten.

Die Spätlandungen dürften einer der Streitpunkte werden.

Um sich für das anstehende Pro und Contra zu wappnen, hatte die CDU-Fraktion der Flughafen-Geschäftsführung einen dicken Fragenkatalog vorgelegt. Den hat Flughafen-Chef Heinz A. Nunkesser inzwischen ebenso ausführlich beantwortet. Und an mehreren Stellen weist Nunkesser ausdrücklich darauf hin,

"dass der überwiegende Anteil der Verspätungen bis 23 Uhr hätte abgewickelt werden können".

Also eine Stunde nach Ende der Betriebszeit um 22 Uhr.

Bis September dieses Jahres durften 46 Flieger, die Verspätung hatten, mit Münsteraner Erlaubnis auch nach 22 Uhr in Wickede landen, 49 mussten nach Münster/Paderborn ausweichen. Was große logistische Probleme bringt. Sowohl für die Passagiere, die eigentlich nach Dortmund wollten, als auch für die Fluggesellschaften. Weil die Maschinen morgens bei der Überführung nach Wickede nicht vor Beginn der Betriebszeit um 6 Uhr landen dürfen, erst dann für die Abfertigung bereit stehen und erneut in Verzug geraten. Den Verspätungsvirus schleppen abends vor allem jene Flieger ein, die an den Drehkreuzen München, Frankfurt und Zürich auf andere Maschinen warten müssen.

Ändern könne die Flughafen-GmbH wenig, so Nunkesser. Oder man müsse denen, die ständig nach 22 Uhr ankommen, die Landung generell verbieten.

Von Gregor Beushausen

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Unterschriften gegen späte Landungen
 

 
Bericht in der vom 22.10.2001

Die Schutzgemeinschaft Fluglärm will mit einer Plakat- und einer Unterschriftenaktion Druck machen gegen die Aufweichung des Nachtflugverbotes am Flughafen durch die Ratsmehrheit aus SPD und CDU. Am Samstag sollte parallel zur Start- und Landebahn ein Plakat mit dem Slogan Nachtflug-Krach macht alle wach aufgestellt werden.

Gleichzeitig hat die Schutzgemeinschaft eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der man sich gegen jegliche Landungen nach 22 Uhr in Wickede stellt. Diese Unterschriftenliste soll bis zur Ratssitzung am 20. Dezember Dortmunds Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer überreicht werden. Für die Schutzgemeinschaft sind die Überlegungen der Flughafen-Geschäftsführung und der beiden großen Fraktionen, Sonderregelungen für verspätete Flieger in Wickede zu beantragen (die WAZ berichtete), Schritte zur Aufweichung des Nachtflugverbotes.

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Großes Sicherheitsrisiko

Betrifft: Flughafen.
 

 
Leserbrief von Petra Dobbert in der WAZ vom 13.10.2001 zur Flughafen-Veranstaltung am 27.09.2001 in Aplerbeck

Die Aplerbecker Bürgerschaft darf im Regen stehen. Bei der Diskussion um das Höchstgewicht der Flugzeuge verwies man auf immer höhere Instanzen, um eine wirtschaftliche Entscheidung durchzusetzen.

Wir hörten, dass das Landeleitsystem in Dortmund nur eingeschränkt zum Tragen kommt. Sichtanflüge sind erlaubt und obliegen der Entscheidung des jeweiligen Piloten. Des weiteren wurde klar, dass ein Gleitwinkel von 3 Grad im Landeanflug nötig ist. Die Flughöhe über der Trapphofstraße kann nicht direkt bestimmt werden und wird auch nicht vom Radar erfasst, da die Maschinen zu niedrig fliegen. Für mich als Anwohnerin ein großes Sicherheitsrisiko!

Darüber hinaus bin ich der Meinung, das jede Tonne mehr Gewicht eines Flugzeuges ebenfalls das Sicherheitsrisiko erhöht. Ich möchte die Verantwortlichen auffordern, sich an die bestehende Tonnageregelung nach Planfeststellungsverfahren zu halten. Der Vertreter der Aufsichtsbehörde Münster erklärte, dass momentan mit Sondergenehmigung gelandet wird. Dieser Zustand ist nicht tragbar und eine Zumutung für die Anwohnerschaft des Flughafens.

Zur Thematik brillierte Herr Nunkesser als Führungspersönlichkeit. Er war sich stets der Rückendeckung der Politik bewusst. Zum Umgang mit Gesundheit und Investment der Aplerbecker Bevölkerung ist anzumerken, dass es den Verantwortlichen wohl völlig egal ist, wo der einzelne Bürger steht und bleibt. Nicht zuletzt werden doch Landesmittel in Aplerbeck benötigt und verbaut um kranke Menschen in der Einflugschneise anzusiedeln. Kann es da möglich sein, dass man auch noch Einfluss auf die Nachtruhe dieser Menschen nehmen möchte?

Als Bürgerin appelliere ich an die Stadtpolitiker, erst einmal Wirtschaftsgeschick an den genehmigten Verhältnissen des Flughafens zu beweisen. Vielleicht ist der jetzige Zustand längst ausreichend. Es würden Steuerzahler, Anwohner und Umfeld nicht über Gebühr strapaziert.

Petra Dobbert
Trapphofstraße 11

siehe auch Niemand misst exakte Flughöhe

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Im Dezember fallen für Wickede die Würfel

Harnisch: Noch gewaltiger Packen von Arbeit zu erledigen
 

 
Bericht in der vom 05.10.2001

Nachdem sie dem Druck des Regierungspräsidenten in Münster gerade nachgegeben hatten, setzten sich die großen Ratsfraktionen gestern selbst unter neuen Zeitdruck.

In nur zehn Wochen sollen jede Menge Fragen zur Zukunft des Flughafens nicht nur beantwortet sein. Bis zur endgültigen Abstimmung im Stadtparlament im Dezember über ein umfassendes Revirement der Betriebsbedingungen für den Airport sollen auch noch breit angelegte Debatten über den Kurs Zukunft geführt werden - in der Öffentlichkeit, mit den Fluglärmgegnern sowie in den Parteigremien.

Die CDU-Fraktion, die längst eine lange Liste von teils sehr ins Detail gehenden Fragen vorgelegt hat, setzte im Vorgriff auf den heutigen Ratsbeschluss bereits einen Arbeitskreis ein - aus ihren Vertretern im Ratsausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen, ihren Mandatsträgern im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sowie in den Bezirksvertretungen Aplerbeck und Scharnhorst, dazu einem Vertreter der CDU-Fraktion im Kreistag Unna.

Ähnliches habe die SPD-Fraktion vor, merkte SPD-Ratsherr Helmut Harnisch in der gestrigen, über einstündigen Ratsdebatte an. Die Sozialdemokraten strebten Regelungen an, die bis 2010 von Bestand seien oder vielleicht sogar noch ein bisschen länger. Harnisch versprach: Dann wird Schluss sein mit dem Vorwurf der Salami-Taktik.

Wie die Neuregelungen aussehen könnten, blieb in der Debatte noch unklar. Immerhin wies Hans Georg Hovermann, Vorsitzender der CDU-Fraktion, darauf hin, dass es in ganz Deutschland nur einen Flughafen ohne feste Bestimmungen dafür gebe, wie mit verspäteten Maschinen umzugehen ist.

Die Grünen lehnten jede Änderung am Planfeststellungsbeschluss ab. Gleichwohl ahnt Ratsherr Mario Krüger längst, wohin die Reise geht: Wir verstehen Ihren Antrag so, als solle die Gewichtsbeschränkung ganz weg. Zumindest halten Sie sich die Option offen.

rm

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Die großen Fraktionen gingen auf gleichen Kurs

Einigung beim Flughafen erst kurz vor der Ratssitzung - Regierungspräsident bekommt das gewünschte Signa
 

 
Bericht in der vom 05.10.2001 von Rolf Maug

Der politische Streit um den Flughafen ist vorläufig beigelegt. Kurz vor Beginn der gestrigen Rattsitzung schwenkten CDU und SPD auf den gleichen Kurs ein.

Mit den Stimmen der beiden großen Fraktionen - also gegen das Votum der Grünen und der Bezirksvertretungen in Aplerbeck und Brackel - beschloss das Stadtparlament, den umstrittenen Antrag der Flughafengesellschaft beim für den Regionalluftverkehr zuständigen Regierungspräsidenten in Münster zu unterstützen.

Danach soll der Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen - er stammt aus dem Jahre 2000 - so geändert werden, dass ausdrücklich auch die neuen, etwas schwerer als 75 Tonnen zugelassenen Flugzeugmuster der Maschinen Boeing 737 und Airbus A 320 in Wickede starten und landen dürfen.

Bis jetzt hatte der Regierungspräsident den betreffenden Fluggesellschaften stets Ausnahmegenehmigungen erteilen müssen - wodurch er sich im Klageverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Oberverwaltungsgericht Münster in eine schwierige Lage manövriert hatte.

Allerdings ging der Kompromiss zwischen CDU und SPD über den Beschlussvorschlag des Oberbürgermeisters weit hinaus. In ihrem gemeinsamen Antrag halten sich die großen Fraktionen sogar die Option offen, auf jegliche Tonnage-Begrenzung zu verzichten.

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Flughafen: SPD und CDU ringen um Lösung

 
Bericht in Westfälische Rundschau vom 03.10.2001

Das Ziel, das SPD und CDU anpeilen, ist das gleiche: Beide möchten, dass die (theoretisch schwereren) Flugzeugmuster Boeing und Airbus auch nach Ende Oktober weiter in Wickede abheben dürfen. Doch auf einen Weg, wie das zu schaffen ist, haben sich SPD und CDU noch nicht verständigt. Aber sie arbeiten daran - bis zur Ratssitzung wird quer über die Fraktionsgrenzen verhandelt. Auch gestern.

SPD-Fraktion und Parteivorstand waren bei ihren Beratungen am Montag auf die Linie von OB Langemeyer eingeschwenkt. Langemeyer wäre es am liebsten, wenn der Rat am Donnerstag einen klare Entscheidung trifft: Er soll per Beschluss den Antrag der Flughafen GmbH unterstützen, die Planfeststellung so zu ändern, dass die Boeing 737-800 und der Airbus 320 regulär abheben dürfen und nicht länger auf die bis Ende Oktober befristeten Ausnahmegenehmigungen angewiesen sind. Abgeblitzt sind die Genossen offenbar bei NRW-Verkehrsminister Schwanhold (SPD), der um Hilfe gebeten worden war. Stattdessen wollen sie nun - so jedenfalls der Stand bis gestern Abend - "Ja" sagen zum Beschlussvorschlag des OB, der auch vorsieht, die 75-Tonnen-Grenze beizubehalten.

So weit will die CDU nicht gehen. Sie will den Beschlussvorschlag des OB nicht mittragen. Weg von der "Einzelfallentscheidung", hin zu einem alles lösenden Gesamtpaket im Dezember - einschließlich der Spätlandungen. Das ist die Marschroute der CDU. Wozu sie aber bereit ist: Sie möchte am Donnerstag im Rat sehr wohl das von Münster geforderte "Signal" senden, dass die fraglichen Flieger auch über Oktober hinaus Wickede ansteuern dürfen. Dieses "Signal" soll nicht in Form der Beschlussvorlage des OB kommen, sondern in Form eines Antrages. Genau darüber wird zwischen SPD und CDU gepokert - möglicherweise bis kurz vor Beginn der Ratssitzung. Die SPD will eine Stunde vorher die Fraktion zusammentrommeln. Bliebe es nämlich beim Stand von gestern (die SPD votiert für den Beschlussvorschlag, die CDU für ihren Antrag) würden sich die Fraktionen gegenseitig blockieren - das Chaos wäre perfekt.

Auch die SPD ist jetzt gewillt, im Dezember auch andere Fragen in Sachen Flughafen zu entscheiden. Peinlichst genau sind beide großen Fraktionen dabei bemüht, ihre Partei und die Stadtbezirke Aplerbeck und Brackel an Bord zu holen. Die CDU will eine Kommission ins Leben rufen, in der Ratsvertreter sitzen, Aufsichtsräte, Aplerbecker und Brackeler Bezirksvertreter sowie ein Gast aus der Unnaer CDU-Kreistagsfraktion. Bei der CDU wird auch weiter nachgedacht, neben Flughafen-Chef Nunkesser einen zweiten Geschäftsführer ins Spiel zu bringen. Dabei kommen zwei Namen ins Spiel: der von Ratsvertreter Matthias Ullrich und von Fraktionsvize Hubert Jung.

Von Gregor Beushausen

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Bahn frei für schwere Flieger

SPD stimmt zu
 

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom
02.10.2001

Die SPD gibt den übergewichtigen Flugzeugen vom Typ Boeing 733 und Airbus A 320 am Flughafen Wickede die Starterlaubnis. In einer gemeinsamen Sitzung von Fraktion und Unterbezirksvorstand gab es gestern wie erwartet Zustimmung zur Ausnahme vom Planfeststellungsbeschluss, die die Bezirksregierung vom Rat bis Ende Oktober gefordert hat.

Die betroffenen Flugzeuge seien durch technische Modernisierungen geringfügig schwerer geworden, betonten Fraktionschef Ernst Prüsse und der Unterbezirksvorsitzender Günther Wegmann in einer gemeinsamen Erklärung. Weil damit der "Charakter der ursprünglichen Gewichtsbeschränkung" nicht verändert werde, stimmt die SPD der Veränderung zu.

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Flughafen: Spannung bis zur letzten Minute

 
Bericht in der vom
29.09.2001

Die Debatte über den Flughafen bleibt spannend - vermutlich sogar bis zur letzten Minute vor der Ratssitzung am Donnerstag.

Die Ratsfraktionen haben am Montag noch einmal ihre politischen Kurse justiert. Noch sieht es nicht so aus, als gäbe es für irgendeinen Beschlussvorschlag eine Mehrheit.

Die Grünen wollen das Thema nicht einmal auf die Tagesordnung gehievt sehen; sie sparen sich konsequenterweise einen eigenen Antrag. Abweichungen von den aktuellen Genehmigungen lehnen sie ab.

Die SPD will dem Beschlussvorschlag ihres Oberbürgermeisters Dr. Gerhard Langemeyer folgen. Der regelt, dass die Bestimmung über das Höchstabfluggewicht von 75 Tonnen um einen Passus ergänzt wird, der die etwas schwereren Muster der Mittelstreckenflieger Boing 737 und Airbis A 320 ausdrücklich als willkommen einschließt.

Die CDU will dem OB-Vorschlag nicht folgen. Der Regierungspräsident soll den Fluggesellschaften mit den betreffenden Maschinen bis Jahresende weitere Ausnahmegenehmigungen erteilen. Bis dabin werde es in Dortmund eine breite Diskussion und abschließend eine Entscheidung des Stadtparlaments über die mittelfristige Zukunft des Flughafens in Wickede geben. Das schließt - neben der Frage der 75-Tonnen-Grenze - auch andere Regelungen ein, die den Airport zurzeit hemmen, wie etwa die noch immer ungeklärte Frage nach einer Generalgenehmigung für verspätete Landungen.

Hinter den Kulissen wird im Rathaus aber schon über eine Kompromißlinie diskutiert. Die könnte so aussehen, dass die CDU der SPD insoweit entgegenkommt, als sie eine "Einzelfalllösung" zu den 75 Tonnen mitträgt (wenn auch nicht im Wortlaut des OB-Vorschlags). Umgekehrt könnte die SPD mittragen, dass es eine breite Debatte und Entscheidungen über Lösungen geben wird, die dann auf mittlere Sicht von Bestand sein sollen.

rm

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Niemand misst exakte Flughöhe

78 Tonnen-Maschinen landen illegal/
500 Bürger bei Flughafen-Veranstaltung
 

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom
29.09.2001

Das Landen und Starten der 78 Tonnen schweren Boeing 737/800 und des Airbus 320 in Wickede ist illegal. Daran lässt die Bezirksregierung Münster überhaupt keinen Zweifel. Und daran auch nicht: Wenn die Politik bis Ende Oktober ein Signal für den weiteren Einsatz dieser Flieger gibt, ist die Behörde gewillt, die politische Lösung umzusetzen. Verbot oder Erlaubnis.

"Stadt, wie willst du es denn haben?",

fragte Luftfahrtdezernent Detlev Plätzer am Donnerstagabend auf der Bürgerversammlung zum Flughafen.

Die Mehrzahl der über 500 Bürger im vollbesetzten Saal des Landeskrankenhauses überlegte nicht lange. Maschinen über 75 Tonnen Gesamtgewicht dürfen in Wickede nicht zugelassen werden, war der einhellige Tenor der zahlreichen Wortmeldungen. Die Redner (hauptsächlich Anwohner aus Aplerbeck, Sölde, Wickede und Schüren) befürchten, die Anhebung der Gewichtsgrenze zieht eine Verlängerung der Startbahn nach sich - und damit einen Anstieg des Touristikverkehrs.

Was für die Bezirksregierung wiederum unerheblich ist. Ob Linien- oder Ferienflüge, das sei für die anstehende Entscheidung irrelevant, betonte der Vertreter der Bezirksregierung.

Wichtig sei nur, dass der Regierungspräsident in Münster vom Rat noch im Oktober eine Willenserklärung erhält, Flieger über 75 Tonnen Gewicht in Dortmund zuzulassen - oder nicht. Dann bleiben die Maschinen nämlich auf dem Boden.

"Es muss auch kein Ratsbeschluss sein",

machte Luftfahrtdezernent Detlev Plätzer deutlich. Bereits am Donnerstag deutete sich im Hauptausschuss an, dass CDU und SPD in der nächsten Ratssitzung für eine Start- und Landeerlaubnis für über 75 Tonnen schwere Maschinen plädieren (wir berichteten).

"Die Gesundheit des Menschen hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen",

appellierten aufgebrachte Bürger an Vertreter aus Politik, Bezirksregierung, Flughafen Gesellschaft und Flugsicherung Düsseldorf. Letztere, erfuhren die Besucher der Info-Veranstaltung, ist ein Wirtschaftsunternehmen und nicht in der Lage, die genauen Überflughöhen der Maschinen über den Häusern zu messen. Zuständig sei dafür eigentlich niemand.

Wenn es dagegen um Beschwerden wegen zu niedrig fliegender Flugzeuge geht, sei der Tower in Wickede die richtige Adresse. Die Telefonnummer bleibt allerdings ein Geheimnis.

mup

HInweis der SGF:

Für Beschwerden ist nicht der Tower, sondern die Luftaufsicht (Flugsicherung des Dortmunder Flughafens) zuständig,
Tel 0231/21 16 88

Wichtig:
  Beschwerde ins Beschwerdebuch eintragen lassen!

siehe auch Großes Sicherheitsrisiko
Leserbrief zur Flughafen-Veranstaltung

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Münster warnt den Rat

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom
29.09.2001

Sollte der Rat nicht bis spätestens Ende Oktober in Sachen Flughafen ein "klares Signal" an die Bezirksregierung in Münster senden, "in welcher Form auch immer", wird der Airport für die Boeing 737-800 und den Airbus 320 gesperrt.

Diese Warnung hat Detlef Plätzer, für den Luftverkehr zuständiger Hauptdezernent der Bezirksregierung, den Ratsvertretern bei der hitzig geführten Flughafen-Diskussion Donnerstag Abend mit auf den Weg gegeben. Vor 500 Zuhörern im Landeskrankenhaus sagte Plätzer:

"Die Starts und Landungen der fraglichen Flugzeugtypen sind letztlich illegal."

Der Rat müsse sagen, ob er die 75-Tonnen-Beschränkung streichen wolle. Andernfalls werde die Ausnahmegenehmigung nicht verlängert.

Von Gregor Beushausen

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Politiker legen Streit um den Flughafen bei

 
Bericht in der vom
29.09.2001

Der Konflikt zwischen dem Regierungspräsidium in Münster und der Stadt Dortmund um die generelle Zulassung der etwas schwereren Muster der Flugzeugtypen Boing 737 und Airbus A 320, die laut Planfeststellungsbeschluss in Wickede eigentlich nicht verkehren dürften, scheint beigelegt.

In dem Wissen, dass er für seinen Vorschlag zur Änderung der Planfeststellung in der nächsten Ratssitzung (4. Oktober) keine Mehrheit bekommen würde, nahm Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer in der letzten Hauptausschusssitzung schon mal laut zur Kenntnis, dass

"niemand hier im Raum ein Verbot für die Flugzeuge will, die in Wickede jetzt schon verkehren."

Das wird der Rat mit den Stimmen der großen Fraktionen auch förmlich beschließen - allerdings wohl erst im Dezember.

Dass die Bezirksregierung Münster den betroffenen Fluggesellschaften neue Ausnahmegenehmigungen (die alten laufen Ende Oktober ab) erteilen wird aufgrund einer bloßen Willenskundgebung, also auch ohne förmlichen Ratsbeschluss, deutete sich bei der Bürgerinformationsveranstaltung am Donnerstagabend im Landeskrankenhaus in Aplerbeck an.

"Ob Sie das Ratsbeschluss nennen oder sonstwie - wir wollen eine Willenserklärung hören, und wissen, dass Sie Herrn Nunkesser nicht wieder ins offene Messer laufen lassen werden",

spielte Detlef Plätzer, Hauptreferent für die Luftaufsicht beim Regierungspräsidenten in Münster, am Donnerstagabend in Aplerbeck auf das Hick-Hack um die verspäteten Landungen an. Da hatten CDU und SPD den Flughafen-Chef zurückgepfiffen.

Von Rolf Maug

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OB hält generell an Fliegern mit 75 Tonnen fest

 
Bericht in Westfälische Rundschau vom 22.09.2001

(beus) CDU und SPD wünschen Zeit für ausgiebige Beratung - doch OB Gerhard Langemeyer macht Druck: Er möchte am 4. Oktober im Rat eine Entscheidung herbeiführen, ob der Flughafen auch für schwerere Flieger geöffnet werden soll.

In ihrem Beschlussvorschlag, den die Verwaltung den Fraktionen jetzt vorgelegt hat, ist keine Rede davon, die Beschränkung auf 75-Tonnen-Flieger (zulässiges Gesamtgewicht) generell aufzuheben. Vielmehr möchte man an der Begrenzung auf 75 Tonnen, wie im Planfeststellungsbeschluss getroffen, im Grundsatz festhalten. Was der OB indessen wünscht: dass "zusätzlich zu den festgelegten Gewichtsbeschränkungen" die eben doch schwereren Flugzeugtypen Boeing 737-800 und Airbus 320 landen und starten dürfen.

Das tun sie seit dem Winterflugplan 2000 ohnehin. Allerdings bis vor kurzem noch ohne Wissen der Genehmigungsbehörde in Münster, die eher zufällig darauf gestoßen war. Da dieser - zwischen 76 und 78,5 Tonnen - schwere Flugzeugtyp leiser sei als seine kleineren Vorgänger, hat die Bezirksregierung inzwischen eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Mahnt aber gleichzeitig eine Entscheidung "bis Ende Oktober" an.

Und die hat nicht die Flughafen GmbH zu treffen - sie kann lediglich den Antrag in Münster stellen. Die Entscheidung muss vom Rat der Stadt kommen. Weil er es war, der damals ausdrücklich gewünscht hat, dass die 75 Tonnen-Begrenzung in die Planfeststellung kam. Vorsorglich macht Münster schon mal klar, was passiert, wenn der Rat seinen Wunsch von damals jetzt nicht ändert: Dann "wird der Betrieb der in Rede stehenden Maschinen . . . nicht fortgeführt werden können." Was für die Flughafen GmbH einen Verlust von jährlich 12,5 Mio. Mark zur Folge hätte.

Langemeyer selbst möchte mit dem Beschlussvorschlag "lediglich den gegenwärtigen Zustand absichern." Damit hat er den Ball geschickt an den Rat gespielt. Natürlich ahnen SPD, CDU und Grüne, welche Diskussion auf sie zurollt.

"Was macht es für einen Sinn, die grundsätzliche Beschränkung auf 75 Tonnen beizubehalten, wenn wir nicht wissen, welche Flugzeugtypen noch auf den Markt kommen?",

fragt CDU-Fraktionsvize Hubert Jung.

"Dann fängt die gleiche Diskussion von vorne an."

Nur: Da OB Langemeyer in seinem Beschlussvorschlag an 75 Tonnen festhält, wäre es der Rat, der das Fenster weiter öffnen müsste - und in den Augen vieler Bürger womöglich den Schwarzen Peter hätte. SPD und CDU jedenfalls wollen nicht schon im Oktober entscheiden, sie wünschen mehr Zeit. Und weil die CDU nicht ständig neue Debatten über den Flughafen herauf beschwören will, möchte sie im selben Atemzug auch die Frage der Spätlandungen lösen. Jung:

"Unser nächster Parteitag ist am 9. November."

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„Absurde" Gewichtsveränderung

Bezirksvertretung Brackel kritisiert Vorgehen von Flughafen GmbH und Stadtverwaltung
 

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 22.09.2001  

Brackel. Um politische Signale in Sachen Flughafen war die Bezirksvertretung (BV) Brackel auch in ihrer jüngsten Sitzung bemüht.

Geradezu überrumpelt fühlten sich die Ortspolitiker von einer kurzfristig eingegangenen Verwaltungsvorlage, die ihnen die Kenntnisnahme der geplanten Genehmigungsänderung zur Neufestlegung des zulässigen Gesamtgewichts für Flugzeuge vorschlug. Der Hintergrund: Einige neue Flugzeuge der Serien Airbus A 320 und Boeing 737 überschreiten geringfügig das zulässige maximale Abfluggewicht von 75 Tonnen.

Das Vorgehen von Flughafen und Stadtverwaltung stieß im Vorortparlament auf einhellige Ablehnung. Die 75 Tonnen Abfluggewicht seien Teil des Planfeststellungsbeschlusses des Rates von 1993, erinnerte Ulrich Begemann von den Grünen. Der Flughafen habe dies selbst beantragt. Deshalb sei die von der Flughafen GmbH bei der Bezirksregierung Münster beantragte Änderung des Startgewichts ein "absurdes Verfahren". Von "Salami-Taktik" sprach CDU-Ratsvertreter Konrad Weber. In der CDU-Ratsfraktion gebe es die Tendenz, der beabsichtigten Änderung nicht zuzustimmen. SPD-Fraktionssprecherin Elisabeth Vossebrecher leuchtete es nicht ein, dass so schnell eine grundsätzliche Änderung herbei geführt werden solle. Die betreffenden Maschinen würden auf Grund von Ausnahmegenehmigungen aus Münster eingesetzt.

Die BV fasste noch keinen Beschluss über die Verwaltungsvorlage. Es fehlten noch weitere Informationen. Auch eine Dringlichkeit der Entscheidung konnte die BV nicht feststellen. Sie forderte OB Dr. Gerhard Langemeyer auf, die Vorlage auch im Rat zurückzustellen.

Ein großes Gefahrenpotential sieht die BV in der Abdeckung von Häuserdächern durch landende Flugzeuge. Am 31.8. hatte eine Boeing 373 das Dach eines Hauses in Unna-Massen teilweise abgedeckt. Hannes Fischer von der Bürgerliste forderte die Absicherung aller Häuser in den Einflugsektoren. Die Kosten dafür müssten der Flughafen GmbH auferlegt werden, fand Fischer. Die anderen Fraktionen meldeten hier Zweifel an: Juristisch würden die Fluggesellschaften als verantwortlich gelten. Die BV will einen interfraktionellen Antrag ausarbeiten, in dem die Überprüfung der Hausdächer im Vordergrund stehen soll.

u.b.

siehe dazu auch Dachziegel-Air Berlin

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Rat will mehr Zeit

Flughafen
 

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom 20.09.2001

Bis Ende Oktober, so verlangt es der Regierungspräsident in Münster, soll der Rat beschließen, ob die 75-Tonnen-Grenze für Flugzeuge in Wickede heraufgesetzt werden soll oder nicht. Das hat er dem Oberbürgermeister schriftlich mitgeteilt. Denn laut Planfeststellungsbeschluss habe der Rat selbst beschlossen, das zulässige Gesamtgewicht auf 75 Tonnen zu begrenzen.

Bereits in der Ratssitzung am 4. Oktober will OB Dr. Gerhard Langemeyer einen entsprechenden Vorschlag vorlegen - stößt damit aber auf Contra bei den Fraktionen. Sie wollen mehr Zeit für Beratungen.

"Hier wird den Ratsfraktionen eine Frage vor die Füße geworfen",

so SPD-Fraktionsgeschäftsführer Uwe Büscher,

"wir werden aber einige Wochen, wenn nicht gar Monate brauchen, um darüber zu entscheiden."

"Wir machen keine Einzelfallentscheidung mehr für irgendwelche Einzelprobleme",

erklärt auch CDU-Fraktionsgeschäftsführer Jürgen Focke. Die CDU erwarte eine qualifizierte Vorlage von der Verwaltung, ein Gesamtpaket für die anstehenden Neufestlegungen. Dazu zählen auch Ausnahmegenehmigungen zur Betriebszeit. Focke:

"Wir müssen eine politische Entscheidung ausreichend vorbereiten."

Seine Fraktion habe bereits "eine ganze Menge Fragen" schriftlich an die Flughafen GmbH gesandt.

Zurzeit landen die Maschinen über 75 Tonnen wie die Boeing 737-800 mit einer vorläufigen Ausnahmegenehmigung in Wickede.

ko

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Schwere Flieger: Rat hat das Wort

Wickede: Regierungspräsident schrieb OB
 

 
Bericht in der vom 19.09.2001

Der Regierungspräsident in Münster zwingt den Rat der Stadt zum Handeln: Bis Ende Oktober verlangt der RP einen Beschluss, ob die Politik eine Heraufsetzung der 75-Tonnen-Grenze für Flugzeuge in Wickede wünscht.

Der Brief des Münsteraner Regierungspräsidenten an Dortmunds OB ist eindeutig: Laut Planfeststellungsbeschluss sei das zulässige Gesamtgewicht (ausdrücklich auf Wunsch des Rates der Stadt) für Maschinen in Wickede auf 75 Tonnen begrenzt. Seit dem Winterflugplan 2000 verkehren jedoch schwerere Maschinen in Wickede (etwa die Boeing 737-800). Nach der Festlegung im Planfeststellungsbeschluss ist der Betrieb dieser Maschinen nicht zulässig. Man habe bislang nur eine Ausnahmegenehmigung erteilt, weil diese Maschinen leiser seien als die Vorgängermodelle. Auf Dauer sei diese Praxis jedoch nicht haltbar - der Flughafen müsse einen neuen Antrag stellen. Der habe aber nur Aussicht auf Erfolg, wenn der Rat eine Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts ausdrücklich zustimme, so der RP.

Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer - das machte er am Montag in den Beratungen der SPD-Fraktionsspitze deutlich - will dem Rat einen zügigen Vorschlag unterbreiten - für die Sitzung am 4. Oktober. Das möchte aber der SPD-Unterbezirk nicht. Der sieht größeren Beratungsbedarf: um nicht mit einem übereilten Beschluss Großflugzeugen Tür und Tor zu öffnen.

JAL

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Zur Fußball-WM muss Infrastruktur stimmen

IHK-Chef Klaus Günzel zu Flughafen und Metrorapid
 

 
Bericht in der vom 15.09.2001

In der Diskussion um eine Ausnahmeregelung für verspätete Flugzeuge fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Günzel eine Koalition der Vernunft. Er unterstreicht dazu die Bedeutung des Flughafens als Wirtschaftsfaktor - aber auch als Imageträger für die Stadt.

Er hoffe auf einen Ausgleich zwischen den Interessen der Bürger und der Wirtschaft - zumal nach realistischer Einschätzung statistisch nur von einem Flugzeug pro Tag die Rede sei, das verspätet landen wolle. Günzel: Ein Moped, das vor dem Fenster vorbeifährt, macht mehr Krach. Auch Kern der Debatte um das höchstzulässige Start- und Landegewicht seien letztlich nicht Tonnagen, sondern Lärmbelastungen. Dabei gehe vielfach unter, dass die Flugzeuge der neuen Generation leiser seien - auch größere Maschinen.

Den Bürgern müsse jetzt glaubhaft klargemacht werden, man wolle in Wickede nicht verlängern, nicht erweitern - und man wolle auch keine Nachtflüge. Aber die vorhandenen Kapazitäten müssten optimal genutzt werden. Günzel: Kein Mensch redet von einer Aufhebung des Nachtflugverbots. Aber wenn Dortmund Standort der Fußballweltmeisterschaft 2006 sein wolle, dann müsse auch die Infrastruktur stimmen.

Dazu gehört - so Günzel - auch der Metrorapid, der gleichzeitig ein Zeichen setze für den Wandel des Reviers und seine Innovationskraft: Damit zeigen wir: Hier passiert was. Bevor die Finanzierung nicht in trockenen Tüchern sei, solle die Diskussion über Trassenführung aber offen bleiben. Die Weiterführung vom Hauptbahnhof zum Flughafen sei erst der zweite Schritt. Wir sollten uns jetzt nichts verbauen, mahnt Günzel. Nach seinen Worten arbeiten fünf Unternehmen aus dem Bezirk der Kammer bereits an der Realisierung des Transrapids - so der ursprüngliche Name der Magnetschwebebahn - für China mit. Dieses Knowhow müsse für den Metrorapid gebündelt werden. Wenn begleitend der Ausbau des ÖPNV nicht vernachlässigt werde, sei der Metrorapid eine große Chance für die Region.

JO

siehe dazu auch Metrorapid

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Brief eines SGF-Mitglieds vom 11.09.2001
an die Bezirksregierung Münster zum Antrag
auf Sondergenehmigung für erhöhte Abfluggewichte

 
Bezirksregierung Münster
Dezernat 53.10
Domplatz 6-7
58128 Münster

Betrifft: Antrag der Betreibergesellschaft des Flughafens Dortmund auf Sondergenehmigung für erhöhte Abfluggewichte der Passagiermaschinen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie in der Westfälischen Rundschau vom 10.09.2001 zu erfahren war, hat die Betreibergesellschaft des Dortmunder Flughafens eine Ausnahmegenehmigung zur Überschreitung des zulässigen Abfluggewichtes von max. 75 Tonnen beantragt.

Dies ist ein neuer Versuch des Dortmunder Flughafenchefs H. A. Nunkesser, die Auflagen der Genehmigung vom 24. Januar 2000 auszuhebeln.

Die Menschen in Unna-Massen (Die direkte Distanz zwischen bestehender Wohnbebauung, einschließlich Schulen und Kindergärten und dem nach erfolgtem Ausbau auf 2.000 Meter in Unnaer Richtung vorverlegtem Aufsetzpunkt der Start und Landbahn beträgt nur noch ca. 1.200 Meter) und auch die Menschen in den östlichen Dortmunder Vororten haben es nach jahrelanger Täuschung (man ist geneigt es Lüge zu nennen) satt, mit immer neuen Horrorankündigungen der Betreibergesellschaft und ihres Chefs konfrotiert zu werden. - Die Salamitaktik macht die Menschen der Region teils zornig, teils mürbe.

Wir fordern von der Landesregierung, der Bezirksregierung und von unseren Volksvertretern in den Kommunen endlich eine klare und verlässliche Aussage, wie die langfristigen Planungen für den Flughafen Dortmund aussehen.

Wir wollen keine weiteren Beteuerungen, daß dies der letzte Ausbauschritt war, wir wollen verbindliche Zusagen mit langfristiger Bindung zum Schutze der Anwohner.

Nachstehend eine kleine Flughafenchronik:
 


1989
Aussage der SPD-Fraktion: „Es bleibt beim Verkehrslandeplatz, Flüge ins Ausland wird es nicht geben.
 
1993 Der Rat der Stadt Dortmund stimmt für den Ausbau zum Geschäftsflughafen.
 
1997 Aussage der Flughafen GmbH in ihrer Broschüre Fakt 2010: „Dortmund ist und bleibt Regionalflughafen - vornehmlich für den Geschäftsreiseverkehr."
 
2000

Am 24. Januar wird der Planfeststellungsbeschluß für den Verkehrsflughafen Dortmund und die 2.000 Meter Bahn gegen 27.825 Einwendungen aus der vom Ausbau betroffenen Bevölkerung mit folgenden Auflagen erteilt:

  • Beschränkung der Betriebszeit auf 06.00 bis 22.00Uhr. (Mit dieser Festlegung solle dem Bedürfnis der Anwohner des Flugplatzes auf Nachtruhe entsprochen werden. Für die Hauptverkehrssparte Regionalflugverkehr sei eine Betriebszeit von 06.00 bis 22.00 Uhr notwendig, aber auch ausreichend.)

  • Die Eingrenzung des Flugbetriebes auf das technisch modernste, leiseste Fluggerät.

  • Die Gewichtsbeschränkung auf 75 t. (Flugzeuge mit höheren An- und Abfluggewichten sollten den Flughafen Dortmund nicht nutzen können, um insbesondere zu vermeiden, daß die üblicherweise im Touristikcharter eingesetzten Großflugzeuge am Flughafen Dortmund operieren könnten.)

  • Eine lärmorientierte Gebührenpolitik.

  • Überwachung der im Genehmigungsverfahren festgelegten Höchstwerte für Lärm- und Abgasemissionen, zum Schutz der in der nahegelegenen Bebauung wohnenden Bevölkerung.

2001

Die Fakten:

Diverse Reiseveranstalter und Air-Lines werben auf großflächigen Plakaten im Ruhrgebiet für Ferienflüge ab Dortmund.

Die Ziele heißen: Adana, Alicante, Almeria, Antalya, Arrecife/Lanzarote, Faro, Fuerteventura, Heraklion/Kreta, Ibiza, Jersey/Guernsey, Korfu, Kos, Las Palmas/Gran Canaria, Mahon/Menorca, Malaga, Monastir, Palma/Malorca, Rhodos, Teneriffa, Thessaloniki, Usedom und Westerland/Sylt.

Seit Erteilung der Ausbaugenehmigung mehrten sich Starts und Landungen teilweise bis weit nach 22.00 Uhr.
 

14.April 2001:

Flughafenbetreiber stellt Antrag: Späte Flieger sollen bis 24.00Uhr landen dürfen. Die "Karenzlösung" solle sich auf sechs Landungen pro Abend und maximal 500 pro Jahr beschränken.
 

  03.Mai 2001:

Nach erheblichem Protest aus den Nachbargemeinden und auf Empfehlung der SPD-Fraktion im Dortmunder Stadtrat zieht Flughafenchef H. A. Nunkesser den Antrag auf Sonderregelung zurück.

Laut WR vom 03.05.2001 will Geschäftsführer H. A. Nunkesser auf absehbare Zeit keinen Antrag auf Sonderregelungen mehr stellen.
 

  18. Mai 2001: (WR) Am Rande einer Informationsveranstaltung in Holzwickede zum Metrorapid am Montag den 14.05.2001 spricht sich der Verkehrsexperte der Landes-CDU Heinz Hardt zum Entsetzen der heimischen Christdemokraten für den weiteren Ausbau des Flughafens aus.
 
  11. Juni 2001:

Die Stadt Unna verliert weiter Prozeßrunde in ihrer Klage gegen die 2.000Meter-Bahn.

Pikant: Die Klage der Stadt gegen die Startbahnverlängerung auf 1.450 Meter ist bis heute noch nicht entschieden!
 

  17. Juli 2001:

Ausnahmsweise landet eine Eurowings-Maschine nicht nach 22.00Uhr, sondern startet im Landeanflug über Massen durch und landet in Paderborn-Lippstadt. Mit dieser Aktion soll unter den Fluggästen (unter ihnen ein Mitglied im Kreisvorstand der Grünen) Stimmung für eine Lockerung der Betriebszeiten gemacht werden.
 

  18. Juli - 03. August 2001:

Die Menschen im Einflugbereich des Flughafen reagieren zahlreich, indem sie ihre Beobachtungen über Flugbewegung nach 22.00Uhr an die WR-Unna melden.

Seltsamerweise landet einen Tag nach dem spektakulärem Startabbruch über Massen, am 18. Juli 2001 ein Flieger um 22.15 Uhr. Wie in der 1. Jahreshälfte gängige Praxis, u.a. landeten Flieger bis nach 23.00Uhr.
 

  01. August 2001: (WR) Meldung: Europas größter Reiseveranstalter, die TUI in Hannover, setzt auf den Dortmunder Flughafen. Das Angebot an Flügen wird erheblich ausgebaut. - Insgesamt wird die TUI in ihrem neuen Herbst-Winterkatalogen 22 Ferienziele mit Starts ab Dortmund anbieten.
 
  03. August 2001:

(WR) Meldung : Jetzt wird nachts gemessen: Nach eineinhalb Jahren ist es der Betreibergesellschaft des Dortmunder Flughafens endlich gelungen, die im Planfeststellungsbeschluß geforderte Fluglärmüberwachungsanlage zu installieren.

Ertstaunliche Feststellung der Flughafenanwohner, nach Installation der Fluglärmüberwachuingsanlage ist es nachts ruhig geworden, will heißen: ab diesem Datum keine Starts und Landungen mehr nach 22.00Uhr.

Es ist also doch möglich, den Flughafen ohne Nachtflüge zu betreiben!
 

  04. August 2001:

Flughafenchef gibt Ehrenwort: (WR-Originalzitat)

"Er habe auch kein Interesse daran, die Bevölkerung gegen den Flughafen aufzubringen",

sagt der Flughafenchef.

"Ich gebe mein persönliches Ehrenwort dafür, daß es bei uns keine regelmäßigen Spätlandungen gibt."
 

  01. September 2001:

(WR) Unna-Massen. Eine Maschine der Air-Berlin (Boing 737) im Landeanflug auf den Dortmunder Flughafen flog nach Augenzeugenberichten so tief, daß der Luftstrom rund 20 Dachziegel vom Haus Kleistraße 79 fegte.

Kommentar von Flughafenchef H. A. Nunkesser:

„Ansprechpartner für die Betroffenen ist die Luftaufsicht bei der Bezierksregierung in Münster. Schadensersatzansprüche seien an Air-Berlin zu richten."
 

  03. September 2001: Der Flughafen übernimmt nun doch die Schadensregulierung (vermutlich nach politischer Einflußnahme)
 
  04. September 2001: Kommentar der Fluggesellschaft: „Wirbelschleppen sind völlig normal und lose Pfannen in Massen nicht mehr angesagt!
 
  05. September 2001:

Entgegen seinem „persönlichem Ehrenwort" vom 04.08.2001 kommentiert Flughafenchef Nunkesser vor dem Wirtschaftsrat der CDU:

„Wenn wir über das Tor zur Welt reden, dann können wir den Bürgersteig nicht um 22.00Uhr hochklappen."

Außerdem denkt Nunkesser über die Realisierung des zweiten Bauabschnittes für das neue Abfertigungsgebäude innerhalb der nächsten 5 Jahre nach.
 

  07. September 2001:

Airline macht Druck: J. Hunold geschäftsführender Gesellschafter von Air Berlin macht im Schulterschlus mit Flughafenchef Nunkesser öffentlich Druck zur Durchsetzung einer Verspätungsregelung über 22.00Uhr hinaus.

Kommentar Nunkessers zum abgedeckten Dach in Massen:

"Die Dachpfannen hätten vermutlich den nächsten Sturm auch nicht überlebt".
 

  10. September 2001: Flughafen beantragt Sondererlaubnis zur Erhöhung des An- und Abfluggewichtes.
 

Die vorgenannten Zitate und Meldungen geben ein anschauliches Bild, mit welchen Mitteln hier der Ausbau eines politischen Prestigeprojektes gegen die im Einflugbereich lebenden Menschen und gegen alle ökonomische Vernunft vorangetrieben wird. - Während der in dichtester Wohnbebauung plazierte Dortmunder Flughafen mit aller Gewalt für touristische Zwecke weiter Ausgebaut werden soll, stagnieren die Passagierzahlen auf dem nur 60km entfernten Flughafen Paderborn-Lippstadt, in dessen Ein- und Abflugbereichen eine weitaus geringere Bevölkerungsdichte (keine Orte im direkten Einflugbereich) vorherrscht.

Der Dortmunder Flughafen wird dem Geschäftsreiseverkehr mehr als gerecht, für diese Zwecke wäre noch nicht einmal ein Ausbau auf 2000 Meter Start- und Landebahn erforderlich gewesen.

Die Folgen einer Erhöhung des An- und Abfluggewichtes würde bedeuten, daß im nächsten Schritt die für 75 Tonnen schon recht knapp bemessene Landbahn verlängert werden müsse, vermutlich auf 3.500Meter!

Dies würde bedeuten, daß die an- und abfliegenden Maschinen in noch geringerer Höhe über Massen einfliegen würden, die Hausdächer dadurch bedingt auf Wirbelsturmfestigkeit getestet würden und die Nerven der hier lebenden Menschen auch ohne Aufhebung des Nachtflugverbotes (was als weiterer Schritt der Betreibergesellschaft absehbar wäre, um endlich auch den Frachtflugverkehr aufzunehmen!) zerrieben würden.

Wir hoffen, daß Sie die Antragsflut der Betreibergesellschaft auf Basis der bereits erteilten Ausbaugenehmigung und unter Berücksichtigung der speziellen Lage und Situation des Dortmunder Flughafens neutral, gerecht und ohne politische Rücksichtnahmen bescheiden können.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Kirschberger

Gleichlautend an:
- Landesregierung NRW, z.Hd. Herrn Verkehrsminister Ernst Schwanhold
- Stadt Unna, z.Hd. Herrn Bürgermeister Volker Weidner

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Zufall deckte Boeing-Gewichts-Probleme auf

Fluggesellschaft stellte brav einen Ausnahmeantrag und brachte Behörde auf die Spur

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom
11.09.2001

Die Fluggesellschaft GmbH will den Planfeststellungsbeschluss um eine Betriebsgenehmigung erweitern, Künftig sollen alle Flugzeuge vom Typ Boeing 737/800 und Airbus 200 in Wickede landen dürfen. Ganz gleich, mit wieviel Gewicht sie zugelassen sind.

Heinz A. NunkesserDiesen Antrag hat Flughafen-Chef Nunkesser jetzt an die Bezirksregierung gestellt, um Rechtssicherheit zu schaffen. (wir berichteten). Zuvor hatten dort mehrere Fluggesellschaften eine Ausnahmegenehmigung für den Einsatz der 737/800 beantragt, die für Wickede eigentlich zu schwer ist.

Denn sie wiegt offiziell 78 Tonnen. Erlaubt sind aber nur 75. Aufgefallen ist das der Bezirksregierung Münster, als eine ausländische Fluggesellschaft bei der Behörde eine Ausnahmegenehmigung für den Jet-Einsatz in Dortmund beantragte.

"Da sind bei uns die Lampen angegangen. Wir haben schlichtweg nicht gemerkt, dass bereits andere Fluggesellschaften schon länger mit diesen Maschinen ab Dortmund fliegen",

gibt Regierungsdirektor Plätzer zu.

Die Fluggesellschaften wurden deshalb aufgefordert ihre zu schweren Maschinen leichter zu machen - oder am Boden zu lassen. Damit begann der Streit um Zulassungsgewicht (78 Tonnen) und tatsächliches Gewicht (74,9 Tonnen). Die Frage ist jetzt: Was ist im Planfeststellungbeschluss gemeint - das Zulassungs- oder Startgewicht?

"Wir meinen die Zulassung, die Airlines das Startgewicht",

sagt Plätzer und bot ihnen einen Kompromiss an. damit es zu keinem Flugstopp in Dortmund kommt, erhalten sie eine vorläufige Ausnahmegenehmigung - bis sich die Politik äussert.

Nunkessers Antrag, die Flugzeugtypen gesondert in der Betriebsgenehmigung zu nennen, wird geprüft. Für ihn ist die Gewichtsfrage ohnehin geklärt:

"In Wickede können sowieso nur Maschinen mit 72 Tonnen Gewicht fliegen. Mehr lässt die Startbahn gar nicht zu."

mup

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Neue Jets werden zu schwer

Neue Probleme für den Flughafen?

 
Bericht in den Ruhr Nachrichten vom
10.09.2001

Nach dem Streit um die Spätlandungen bahnt sich nun eine Diskussion um die Gewichtsbegrenzung für Flugzeuge an. Denn im Planfeststellungsbeschluss für die 2000 Meter lange Start- und Landebahn wurde das Gewicht für die Maschinen auf 75 Tonnen begrenzt, um den Einsatz großer Jumbos auszuschließen. Die zurzeit in Wickede startenden Düsenjets vom Typ Airbus 319/320 und Boeing 737, mit denen Eurowings und Air Berlin Ziele in ganz Europa anfliegen können, liegen knapp unter dieser Grenze.

Das Problem: Neuere Versionen beider Flugzeugtypen - etwa die 800-er Serie der Boeing 737 - bringen geringfügig mehr als 75 Tonnen auf die Waage. Die Flughafen-Geschäftsführung drängt deshalb bei der Luftaufsicht in Münster auf eine Ausnahmeregelung für den Einsatz dieser Maschinen. Gerade die neueren Flugzeugmuster zeigten beste Lärmwerte, argumentiert Flughafen-Chef Heinz-August Nunkesser in einem Brief, der am vergangenen Freitag dem Aufsichtsrat vorgelegt wurde.

"Es ist daher absolut sinnvoll, dass diese Flugzeuge auch weiterhin in Dortmund eingesetzt werden können."

Nunkesser bittet darum,

"diese Flugzeugmuster zuzulassen; ohne die 75 000 kg-Grenze grundsätzlich aufzuheben."

Eine reine formale Angelegenheit, wie der Flughafen-Chef auf RN-Nachfrage betonte. Die Gefahr, das schon bald Airbus- oder Boeing 737-Maschinen von Eurowings und Air Berlin nicht mehr in Dortmund abhheben dürfen, bestehe nicht. Denn die Jets seien vom Luftfahrtbundesamt mit 74,9 Tonnen zugelassen. Es gebe aber ausländische Zulassungen, die knapp über 75 Tonnen liegen, so Nunkesser. Deshalb wolle man "für alle Fälle" eine Ausnahmegenehmigung einholen.

In der Politik beurteilt man die Lage allerdings ungleich dramatischer: CDU-Ratsfraktionschef Hans-Georg Hovermann sieht Anlass, generell über die Tonnage-Begrenzung nachzudenken.

Oli

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Letztes Update: 09.12.2001